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Haiti: Chemen Lavi Miyò (CLM) – Der Weg in ein besseres Leben

SITUATION

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Rund 60 Prozent der haitianischen Bevölkerung lebt von weniger als 2,42 USD am Tag. Ein Viertel sogar von weniger als 1,90 USD am Tag. Diese Menschen gelten als extrem arm („ultrapoor“). Sie können sich häufig keine einzige Mahlzeit am Tag leisten und leben in Hütten, die keinen Schutz bieten. Ihre Gesundheit ist durch die mangelhafte Ernährung und fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser dauerhaft gefährdet. Durch den Mangel an Toiletten müssen sie ihren Bedürfnissen auf umliegenden Feldern nachkommen, wodurch sie nicht nur sich selbst gefährlichen Krankheitskeimen aussetzen, sondern auch den Menschen in ihren Gemeinden. Sie stehen nicht nur vor einer Vielzahl an ökonomischen Herausforderungen, sie werden auch von ihren Gemeinden stigmatisiert und ausgeschlossen. Da sie mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt sind, können sie keine Zukunftspläne schmieden. In den meisten Fällen sind die Betroffenen Frauen, die alleine den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder aufbringen müssen. In Regionen wie dem Zentraldepartment, in denen es an Beschäftigungsmöglichkeiten fehlt, ist eine Selbstständigkeit für diese Frauen der einzige Weg der Armut zu entkommen. Doch da sie in der Regel weder über Geld noch über Land oder das nötige Wissen verfügen, können sie sich ohne Hilfe von außen keine Existenz aufbauen.

 

PROJEKTZIELE

Mit diesem Projekt erhalten 150 der ärmsten Frauen in ausgewählten Gemeinden im Zentraldepartment Haitis erstmalig die Möglichkeit, sich eine Existenzgrundlage durch zwei einkommensgenerierende Aktivitäten im Bereich der Viehzucht, des Getreideanbaus oder eines kleinen Handelsgewerbes aufzubauen. Dadurch können die Frauen ein regelmäßiges Einkommen erwirtschaften. Während der wöchentlichen Betreuungsbesuche und Coachings durch geschulte Mitarbeiter wird nicht nur der richtige Umgang mit den Geschäftsideen gelehrt, sondern ebenfalls die Wasser- und Hygienesituation verbessert sowie für einen sicheren Wohnraum gesorgt. Der ganzheitliche Ansatz des Projektes leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung von Einkommen und Nahrungssicherheit sowie zur Frauenförderung im Zentraldepartment Haitis.

Da sich im Ergebnis nicht nur die Situation der 150 Frauen verbessert, sondern auch die ihrer Familien, werden so insgesamt 500 Menschen aus der extremen Armut befreit.

 

AKTIVITÄTEN

Auswahl der Familien: In den ausgewählten Gemeinden werden alle Gemeindemitglieder in einer sog. Armutsskala eingestuft und die ärmsten Haushalte ausgewählt, bei denen eine Frau die Verantwortung für die Familie trägt.

Fördergeld für sechs Monate: Da die einkommenschaffenden Aktivitäten am Anfang viel Zeit in Anspruch nehmen und noch keine hohen Erträge generieren, bekommen die Familien ein wöchentliches Fördergeld in Höhe 4,30 Euro. Dieses soll verhindern, dass die Familien aufgrund ihrer mangelhaften Ernährung ihr Vieh verkaufen oder selbst verzehren und es soll sie an den Umgang mit Geld gewöhnen.

Einrichtung eines Sparkontos: Für jede Familie wird ein Sparkonto eingerichtet. Zudem werden die Familien zur Wichtigkeit von Spareinlagen geschult. Auf das Sparkonto können die Familien Kleinstbeträge einzahlen, um sich einen Puffer für unerwartete Rückschläge anzulegen.

Wöchentliche Coachings und Schulungen: Während der Projektlaufzeit ist die persönliche Betreuung der Familien durch die Mitarbeiter unseres lokalen Projektpartners Fonkoze ein sehr wichtiger Bestandteil des Programms. Während der wöchentlichen Besuche wird sichergestellt, dass die Familien mit ihren einkommensgenerierenden Aktivitäten nachhaltig und sorgfältig umgehen, die Frauen etwas lesen und schreiben lernen und sich die Gesundheit aller Familienmitglieder verbessert. Zudem wird sichergestellt, dass die Familien sauberes Trinkwasser haben und die Verbesserung der Wohn- und Sanitärsituation voranschreitet.

Auswahl von einkommensgenerierenden Aktivitäten und begleitende Schulungen: Die Frauen wählen zwei Aktivitäten aus, denen sie gerne nachkommen möchten und können. Die Auswahl besteht aus zwei Ziegen und einem Schwein, zwei Ziegen oder einem Schwein und einem kleinen Handelsgewerbe, oder zwei Ziegen oder einem Schwein und Geflügel. Begleitende Schulungen zur Aufzucht und Haltung der Tiere sind ein wichtiger Bestandteil der Nutztierhaltung.

Bereitstellung von Materialien zur Verbesserung der Wohn- und Gesundheitssituation: Jede Familie erhält einen Wasserfilter, um einen permanenten Zugang zu sauberem Trinkwasser sicherzustellen. Die Wasserqualität wird wöchentlich überprüft. Baumaterialien und technische Hilfestellung werden für den Bau einer Toilette (zur Verringerung des Übertragungsrisikos von Durchfallerkrankungen) sowie für die Verbesserung der Wohnsituation zur Verfügung gestellt.

Aufbau von „Village Assistance Committees“: Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist von großer Bedeutung. Durch die Kommunikation mit Gemeindeleitern und Pastoren erhalten die Fonkoze-Mitarbeiter einen umfassenden Einblick in die aktuelle Situation der Gemeinde. Mit der Gründung von sog. „Village assistance committees“ (VACs) durch engagierte Gemeindemitglieder sollen die Familien jederzeit Ansprechpartner bei auftauchenden Problemen haben und langsam in die Gemeindeprozesse reintegriert werden. Die VAC-Mitglieder bekommen Schulungen zu Konfliktmanagement, erster Hilfe und Nutztierhaltung.