Unterstützen – Überprüfen – Verbessern

Vom Hilfsbedarf zur Projektidee
Die lokalen Partnerorganisationen des internationalen Opportunity-Netzwerks bekämpfen Armut, indem sie Menschen bei ihrer ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung unterstützen. Mit Sozialer Mikrofinanz befähigen sie Menschen, ihr Einkommen zu erhöhen und ihre Lebensverhältnisse nachhaltig zu verbessern. Die lokalen Partner entwickeln Hilfsmaßnahmen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren. Die Projektpläne werden mit den Projektverantwortlichen von Opportunity Deutschland geteilt und mögliche Förderbeteiligungen diskutiert.

Antragsprüfung und Aufbringung der Mittel
Mit dem erarbeiteten Hilfskonzept informieren uns die Partner detailliert über die Ausgangslage, die von ihnen geplanten Hilfsmaßnahmen und die dadurch beabsichtigte Wirkung hinsichtlich der Armutsreduzierung. Wir prüfen die Förderungswürdigkeit entsprechend des Stiftungszwecks. Außerdem werden Expansionen in neue Regionen, der Ausbau der Infrastruktur durch neue Zweigstellen sowie neue Finanzprodukte im Opportunity-Netzwerk evaluiert. Wenn das Projekt den satzungsgemäßen Förderungskriterien entspricht und Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden sind, wird die Implementierung geplant. Projektinhalte, Zielvorgaben, Indikatoren, das Budget sowie die Auszahlungsmodalitäten werden vertraglich vereinbart. Letztere orientieren sich am Finanzierungsbedarf und an den Zielen, die nach einer bestimmten Zeit erreicht werden sollen. Nach einer positiven Entscheidung für das neue Projekt werden die benötigten Spendengelder akquiriert und dem Partner vor Ort zur Verfügung gestellt.

Durchführung des Projekts
Während der Projektlaufzeit tauschen wir uns mit den MitarbeiterInnen vor Ort kontinuierlich über die Fortschritte, aber auch über mögliche Herausforderungen oder Verzögerungen aus. Dies geschieht durch regelmäßige Projektbesuche vor Ort und per Online-Videokonferenz. Während der Besuche überprüfen wir die Verwendung der Spendenmittel, treffen uns mit der Zielgruppe, führen Interviews und erheben Daten über die KlientInnen. Das internationale Opportunity-Netzwerk dient als zusätzliche Kontrollinstanz zur Überwachung der Arbeit der Partnerorganisationen. Die Fortschritte und die Herausforderungen der Arbeit werden den SpenderInnen in regelmäßigen Berichten zur Verfügung gestellt.

Neben der Überprüfung der Fortschritte der einzelnen Projekte erheben die Partner auch projektübergreifende Daten zur Wirkung ihrer Arbeit. Dazu wurde das Social Performance Management System (SPM) entwickelt. Gemessen wird, ob sich bei den KlientInnen nach der Kreditaufnahme nicht nur die wirtschaftliche Situation, sondern auch die Situation in anderen Lebensbereichen nachhaltig verbessert.

Auswertung der Ergebnisse nach Projektende
Nach Beendigung des Hilfsprojekts berichten die lokalen Partner über die Projekterfolge (und eventuelle Misserfolge). In abschließenden Befragungen, den sogenannten „Endline Surveys”, wird die Situation der KlientInnen nach Ende des Projekts erfasst. Diese Daten werden mit den zu Beginn des Projekts gesammelten Informationen, der „Baseline”, verglichen, um die Fortschritte, die durch das Projekt erzielt wurden, zu eruieren.

Um die nachhaltige Wirkung des Hilfsprojekts zu ermitteln, finden nach Abschluss weitere Wirkungsmessungen statt. So werden beispielsweise im Jugendausbildungsprogramm YAP alle AbsolventInnen nach eineinhalb Jahren befragt, um herauszufinden, ob sie nach ihrer Ausbildung eine Anstellung gefunden haben oder sie sich mit einem eigenen kleinen Geschäft oder einer Werkstatt selbständig gemacht haben – und sich dadurch ihre Lebenssituation verbessert hat.