Uganda: Geflüchtete stärken – neue Einkommen ermöglichen

HERAUSFORDERUNGEN

Auf der Flucht sind weltweit so viele Menschen wie nie zuvor. Viele leben über Jahre unter unsicheren Bedingungen und haben nur eingeschränkten Zugang zu Arbeit, Bildung und Finanzdienstleistungen. Uganda nimmt besonders viele Geflüchtete auf und verfolgt eine vergleichsweise progressive Politik: Geflüchtete dürfen arbeiten, sich frei bewegen und Unternehmen gründen.

In der Praxis stoßen sie jedoch auf große Hürden: Dazu gehören fehlendes Startkapital, kaum Sicherheiten, Sprachbarrieren, geringe formale Qualifikationen, eine schwache Infrastruktur und ein begrenzter Zugang zu passenden Finanzprodukten. Besonders junge Menschen und Frauen bleiben häufig ausgeschlossen.

Viele Geflüchtete bringen Tatkraft und eigene Ideen mit. Mit passender Unterstützung können sie Unternehmen aufbauen, ihr Einkommen sichern und in ihren Gemeinschaften neue Perspektiven schaffen.

Häufig fehlen:

  • Zugang zu Finanzdienstleistungen: Fehlende Dokumente, keine Kredithistorie, fehlende Sicherheiten und begrenzte Netzwerke erschweren den Zugang zu Krediten und anderen Finanzangeboten.
  • Passende berufliche und unternehmerische Kompetenzen: Trainings sind oft zu kurz, zu allgemein oder berücksichtigen die lokale Situation nicht ausreichend.
  • Marktzugang und Infrastruktur: Besonders in abgelegenen Flüchtlingssiedlungen fehlen Märkte, Verkehrswege und weitere wichtige Strukturen.
  • Finanzierung im sogenannten „Missing Middle“: Manche Unternehmen sind zu groß für informelle Spargruppen, aber zu klein oder zu risikoreich für Banken und Investoren – obwohl ihre Geschäftsgrundlagen stimmen.

DIE METHODE

Unser Refugees-Programm in Uganda setzt auf einen schrittweisen Weg in die Selbstständigkeit – von finanzieller Grundstabilität bis zur gezielten Förderung wachstumsorientierter Unternehmen. Opportunity International arbeitet seit 2019 gezielt mit Geflüchteten. Seit 2020 haben wir mehr als 33.000 Menschen erreicht – unter anderem mit Finanzbildung, Business-Trainings, Krediten und sicheren Sparmöglichkeiten.

1. Finanzielle Inklusion und Resilienz stärken

  • Sichere Sparmöglichkeiten in formellen und informellen Strukturen schaffen.
  • Finanzwissen vermitteln: zum Beispiel zu Budgetplanung, verantwortungsvoller Kreditaufnahme, digitalen Finanzdiensten und der Dokumentation von Einnahmen und Ausgaben.
  • Spargruppen, sogenannte VSLAs, stärken: durch bessere Strukturen, transparente Entscheidungsprozesse und fundiertes Finanzmanagement stärken. So kann das gemeinsame Kapital wachsen und der Übergang zu formellen Finanzangeboten gelingen.

2. Unternehmen entwickeln und praktisch begleiten

Wir unterstützen Menschen nicht nur durch Trainings, sondern auch bei der Umsetzung. So begleiten wir sie auf dem Weg von der Geschäftsidee zu einem stabilen Kleinstunternehmen. Die praxisnahen Inhalte umfassen unter anderem:

  • Marktanalyse
  • Preisgestaltung
  • Marketing
  • Buchführung
  • Unternehmenswachstum

Ergänzend bieten Business Clinics Orientierung zu Themen wie Registrierung, Steuern und Standards. So wird der Schritt zur Formalisierung erreichbar. Wir arbeiten in Flüchtlingssiedlungen und mit Geflüchteten in Städten – unter anderem in Nakivale, Rwamwanja und Kiryandongo sowie mit urbanen Geflüchteten in Kampala.