Mangelnde Schulbildung prägt Kinder langfristig
Viele Kinder in Ghana besuchen regelmäßig die Schule. Dennoch mangelt es oft an grundlegenden Kenntnissen und Fähigkeiten. In überfüllten Klassen, mit zu wenig Unterstützung für die Lehrkräfte und fehlenden Lernmaterialien bleibt oft das Entscheidende auf der Strecke: dass Kinder dauerhaft solide Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen erwerben. Gerade in einkommensschwachen Gemeinden entstehen deshalb viele kostengünstige, nicht staatliche Schulen, oft aus Eigeninitiative. Doch diesen Schulen fehlen häufig die finanziellen Mittel, um gute Lernbedingungen zu schaffen oder ihr Lehrpersonal gezielt fortzubilden. Nur zwei Prozent der Zweitklässler*innen lesen altersgerecht, und nur 25 Prozent können eine anspruchsvollere Matheaufgabe lösen. Gute Bildung ist aber ein Grundrecht – und der Schlüssel zu einem Leben jenseits von Armut. Wenn Kinder die Grundschule ohne solide Lese- und Rechenkompetenzen verlassen, sinken ihre Chancen auf Ausbildung, Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben.
Bildungsqualität stärken – Zukunftschancen eröffnen
Damit Kinder in Ghana in der Schule wirklich gut lernen, werden Schulen über mehrere Jahre begleitet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Unterricht, Schulführung und Lernumfeld so verbessert werden können, dass Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen messbar steigen – und die Veränderungen im Schulalltag dauerhaft verankert werden.
Unsere Ziele:
- 600 Schulen werden dabei unterstützt, Unterricht und Schulalltag dauerhaft zu verbessern.
- 2.400 Mentor*innen werden ausgebildet und geben ihr Wissen an Kolleg*innen weiter – auch nach Projektende.
- 4.800 Lehrkräfte erhalten praxisnahe Fortbildungen, damit Kinder besser lernen können.
- Für 180.000 Schulkinder verbessern sich die Lernbedingungen an ihren Schulen.
- 3.000 Schulen stärken ihre Finanz- und Managementkompetenzen, damit sie Schulverbesserungskredite nutzen können.
Schulleitung, Lehrpersonal und Infrastruktur:
Schulentwicklung für bessere Bildungs- und Zukunftsperspektiven
Über mehrere Jahre begleiten lokale Bildungsfachkräfte die Schulen mit Workshops, Vor‑Ort‑Coachings, Beratungen und praxisnahen Fortbildungen. Gemeinsam mit Schulleitungen und Schulträgern werden Ziele, Entwicklungspläne und konkrete Verbesserungen für Unterricht, Schulführung, Organisation und Lernumfeld erarbeitet. Ausgebildete Mentor*innen geben neues Wissen im Kollegium weiter, während Schul‑Cluster den Austausch zwischen verschiedenen Schulen fördern und das gemeinsame Lernen stärken. So bleiben Wissen und Verbesserungen langfristig im Schulalltag verankert.
Damit Verbesserungen nicht an fehlenden Ressourcen scheitern, schaffen wir gemeinsam mit Finanzpartnern passende Finanzierungslösungen: Schulen sollen investieren können – etwa in Infrastruktur oder Lernmaterialien. Auf diese Weise werden die strukturellen Voraussetzungen verbessert, damit Unterrichtsqualität und Lernbedingungen nachhaltig wachsen – und Kinder in Ghana bessere Bildungs- und Zukunftsperspektiven erhalten.
Jan Binder Award für besonders engagierte Schulen im Bereich Sauberkeit, Hygiene und Umwelt
Einmal im Jahr wird der mit ca. 1.500 Euro dotierte „Jan Binder Award“ unter dem Motto „Keep your school clean – Make your school green“ an Schulen in Ghana vergeben. Die zweit- und drittplatzierten Schulen erhalten rund 1.000 Euro bzw. 500 Euro. Durch den Award werden Schulen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße um Sauberkeit, Hygiene und Umweltaspekte verdient gemacht haben. Die Kriterien für den Award umfassen unter anderem saubere Sanitäranlagen, Förderung des Hygienebewusstseins von Schüler*innen sowie das Anlegen von Schulgärten (soweit möglich).
Die Initiatorin des „Jan Binder Awards“ ist die Opportunity-Botschafterin Dr. Marta Binder. Nach dem Unfalltod ihres Sohnes Jan Binder, der als Pressesprecher für Opportunity International Deutschland tätig war, hat sie sich entschlossen, im Sinne ihres Sohnes die Arbeit von Opportunity als Botschafterin zu unterstützen und sammelt durch Fahrradtouren Spenden für Schulen in Ghana. In zehn Jahren hat unsere Botschafterin bisher mehr als 40.075 Kilometer auf ihren Spendentouren zurückgelegt und mehr als 300.000 Euro an Spenden eingesammelt, mit denen auch der „Jan Binder Award“ finanziert wird.