HERAUSFORDERUNGEN
Trotz des steigenden Bruttoinlandsprodukts pro Kopf ist die Armut in Ghana weiterhin hoch – insbesondere unter Kindern. Ein wichtiger Indikator für Kinderarmut ist der Zugang zu Bildung: Mehr als 1,2 Millionen Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren keine Schule (Ghana Statistical Service, 2021).
Die wenigen öffentlichen Schulen sind häufig überfüllt. Lehrkräfte sind vielfach überlastet und unterbezahlt. Jedes Jahr kommen in Ghana zahlreiche Jugendliche auf den Arbeitsmarkt. Viele finden keine formelle Beschäftigung und sind auf unsichere oder schlecht bezahlte Tätigkeiten angewiesen. Ein Schulabschluss allein reicht deshalb nicht aus. Junge Menschen benötigen Fachkenntnisse, digitale Kompetenzen, Eigeninitiative und Teamfähigkeit. Außerdem müssen sie Probleme analysieren und Lösungen entwickeln können.
Das Bildungssystem vermittelt wichtige Grundlagen. Es ist jedoch häufig auf Auswendiglernen und Prüfungen ausgerichtet. Kreativität, kritisches Denken, Unternehmertum und praktische Problemlösung kommen dabei zu kurz. Viele Schüler*innen beherrschen Lesen, Schreiben und Rechnen nicht sicher. Diese Lernlücken erschweren den Übergang in die weiterführende Bildung, Ausbildung und Beschäftigung und mindern langfristig die Chancen auf wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Armut, lange Schulwege und familiäre Verpflichtungen können dazu führen, dass Jugendliche dem Unterricht fernbleiben oder ihre Ausbildung abbrechen. Die digitale Kluft verschärft die Ungleichheit zusätzlich: Vielen jungen Menschen fehlen Geräte, Strom und ein stabiles, bezahlbares Internet. Future Founders verbindet deshalb digitale und berufliche Kompetenzen mit Finanzwissen und unternehmerischem Denken.
DIE METHODE
Ergänzend zum prüfungsorientierten Schulsystem vermittelt Future Founders 12- bis 14-jährigen Schüler*innen spielerisch unternehmerisches Denken und wichtige Zukunftskompetenzen.
In zehn interaktiven Modulen lernen sie,
- Marktchancen zu erkennen,
- Ideen und Prototypen zu entwickeln,
- Geschäftsmodelle zu erarbeiten und
- ihre Ideen zu präsentieren.
Dabei stärken sie ihre Kreativität, ihr Selbstvertrauen, ihre Eigeninitiative und ihre Teamfähigkeit. Außerdem erwerben sie grundlegende Finanzkenntnisse. So entwickeln sie Fähigkeiten, mit denen sie ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten und zur Entwicklung ihrer Gemeinschaften beitragen können.
PROJEKTZIELE
300 Schüler*innen aus 20 ausgewählten Schulen erwerben grundlegende unternehmerische Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie entwickeln, analysieren und präsentieren eigene Geschäftsideen – mit besonderem Fokus auf nachhaltigen und gesellschaftlich relevanten Ansätzen. Die Teilnahme erweitert ihre persönlichen und beruflichen Perspektiven.
AKTIVITÄTEN
Trainingsmaterialien und Ausstattung:
Die Trainingsmaterialien werden regelmäßig weiterentwickelt und durch neue Videos sowie Beiträge ehemaliger Teilnehmender ergänzt. Ausgewählte Schulen erhalten die notwendige technische Ausstattung für die Umsetzung des Projekts.
Schulung und Begleitung von Lehrkräften:
Lehrkräfte und Projektverantwortliche der Partnerorganisation werden geschult. Sie lernen den Aufbau und die Inhalte des Projekts kennen und begleiten die Schüler*innen in den Entrepreneurship-AGs.
Durchführung des Programms:
An den teilnehmenden Schulen erwerben die Schüler*innen mithilfe einer Bildungsapp in interaktiven Modulen unternehmerisches Denken und wichtige Zukunftskompetenzen. Sie entwickeln eigene Geschäftsideen, erarbeiten Geschäftspläne und werden dabei von ihren Lehrkräften im Rahmen der Entrepreneurship-AGs begleitet.
Abschlusspräsentation und Zertifikatsübergabe:
Zum Abschluss präsentieren die Schüler*innen ihre Geschäftsideen bei schulischen Abschlussveranstaltungen und erhalten ein Zertifikat. Rückmeldungen der Schüler*innen, Lehrkräfte und Bildungsunternehmer*innen helfen dabei, das Projekt auszuwerten und weiterzuentwickeln.