Bandenkrieg in Haiti eskaliert – Wir bleiben vor Ort!

21. März 2024

Liebe Opportunity-Freundinnen und -Freunde,

in Haiti ist die politische Situation eskaliert, nachdem Ministerpräsident Ariel Henry zurückgetreten ist und die Präsidentschaftswahlen auf August 2025 verschoben wurden.

In der Haupstadt Port-au-Prince herrscht seitdem noch mehr Chaos und Gewalt. Banden haben Polizeistationen angegriffen und Gefängnisse gestürmt, dabei sind Häftlinge befreit worden. Es gibt Straßenbarrikaden und von Banden kontrollierte Checkpoints. Vermehrt kommt es zu Überfällen und Entführungen. In vielen Stadtvierteln sind Banken und Geschäfte geschlossen. Die Menschen sind oftmals gezwungen, sich tagelang zu Hause zu verschanzen oder müssen ihr zu Hause für unbestimmte Zeit verlassen, um Schutz zu suchen. Die Regierung hat den Ausnahmezustand ausgerufen.

Was bedeutet das für unsere Ultra-Poor-Projekte und die Mitarbeitenden unserer haitianischen Partnerorganisation Fonkoze?

Das Team von Fonkoze ist in diesen Zeiten zu ‚Champions der Resilienz‘ geworden“, so Carine Roenen, CEO der Fonkoze Foundation. Der größte Teil des Teams trotzt der Situation und arbeitet von zu Hause, um der Gefahr im Hauptquartier in Port-au-Prince zu entgehen. Dies ist möglich, weil für die Mitarbeitenden zu Hause Internet-Hotspots eingerichtet wurden und in den letzten Monaten sehr viel digitalisiert wurde.

Eine weitere Herausforderung sind Lieferengpässe durch die Straßenblockaden. Dadurch fehlt es an Benzin und Baumaterialien für die Projektteilnehmenden. Aber auch hier findet Fonkoze immer wieder neue und lokale Lösungen. So werden beispielsweise größere Lieferungen an Materialen durch kleinere Einkäufe auf lokalen Märkten ersetzt.

Zudem werden die Laufzeiten der Projekte verlängert und verschiedene Anpassungen vorgenommen. Beispielsweise wird das kleine Fördergeld für die Familien nun nicht mehr wöchentlich, sondern monatlich ausgezahlt, um die gefährlichen Fahrten mit Bargeld in die abgelegenen Projektgebiete zu minimieren.

Ein großes „Glück im Unglück“ ist die Tatsache, dass die Projektregionen unserer Ultra-Poor-Projekte so weit abgelegen sind. Dort ist kaum etwas vom Chaos in der Hauptstadt zu spüren. Die Familien können ihren Geschäften und ihrem normalen Alltag zum größten Teil nachgehen, erhalten sogar weiterhin Besuche von ihren Mentorinnen und Mentoren, da diese für die Projektzeit üblicherweise in den Projektregionen leben. Ebenso wie im Rest des Landes sind jedoch auch hier die Lebensmittelpreise stark angestiegen, was besonders für arme Menschen deutlich spürbar ist und das Leben erschwert.

Opportunity wird die Arbeit in Haiti weiterhin fortführen und die Menschen vor Ort unterstützen. Gerade in dieser schwierigen Zeit sind die extrem armen Familien auf uns angewiesen.

„Wir hoffen, dass dieser besondere Sturm nicht zu lange andauern wird und dass wir die Unterstützung finden werden, die wir jetzt brauchen.“, so Carine Roenen von Fonkoze.

Bitte unterstützen auch Sie die Menschen in Haiti mit Ihrer Spende!

Wir werden Ihre Spende dort einsetzen, wo diese am dringendsten in Haiti gebraucht wird!

Ich danke Ihnen von Herzen!

Ihre

 

 

 

 

 

 

Anke Luckja
-Vorstand-