Ruanda: Landwirtschaftskredite für Klein- und MilchbäuerInnen

Situation

Der kleine Binnenstaat Ruanda liegt im östlichen Zentralafrika. Ruanda ist mit rund 10 Millionen Einwohnern der am dichtesten besiedelte Staat Afrikas. Etwa 45 Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze und 29 Prozent der Bevölkerung leiden an Unterernährung. Aufgrund der Auseinandersetzungen zwischen Hutu und Tutsi wurde Ruanda im Jahr 1994 in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen. Ein Großteil der Bevölkerung, der den Genozid überlebte, verarmte. Außerdem zogen sich ausländische Kapitalgeber zurück. Mittlerweile befindet sich die Wirtschaft Ruandas in einer stabilen Wachstumsphase. Jedoch fehlen der ländlichen Bevölkerung das Kapital und das Wissen für eine Steigerung der Ernteerträge. In den ländlichen Regionen leben über 90 Prozent der Bevölkerung. Sie arbeiten als Klein- und SubsistenzbäuerInnen. Wie in vielen anderen von Armut geprägten Ländern vergeben kommerzielle Banken in Ruanda kaum Geld an Menschen ohne Sicherheiten. Dadurch fehlt es gerade den kleinbäuerlichen Familien an Kapital, um ihre Ernteerträge zu erhöhen. So bleiben sie in einer Armutsspirale gefangen.

Projektziele

Insgesamt sollen 3.000 KleinbäuerInnen und 150 MilchbäuerInnen in den südlichen und östlichen Provinzen Ruandas mit Landwirtschaftskrediten ihr Einkommen steigern. Besonders Bäuerinnen werden gestärkt, weil sie schlechter ausgebildet sind als Männer. Gerade alleinstehende oder verwitwete Frauen haben einen schlechteren Zugang zu Kapital, Land und Märkten. Durch begleitende landwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Schulungen werden die KleinbäuerInnen befähigt, ihre Anbauaktivitäten zu optimieren und ihre Ernteerträge zu erhöhen. Die MilchbäuerInnen nutzen das Wissen aus den Schulungen, um ihre Milchproduktion qualitativ und quantitativ zu steigern und damit einen Beitrag zur Ernährungssicherung in Ruanda zu leisten. Durch die Verbesserung der Transport- und Kühlmöglichkeiten können sie ihre Milch im Direktvertrieb zu höheren Preisen verkaufen.

Aktivitäten

Die 3.150 BäuerInnen werden in KreditnehmerInnengruppen eingeteilt, die sich gegenseitig unterstützen. Sie erhalten Mikrokredite, mit denen sie ihre Erträge erhöhen und somit ein höheres Einkommen erzielen können. 3.000 BäuerInnen steigern ihre Ernteerträge aus dem Mais- und Reisanbau durch verbessertes Saatgut, Düngemittel und neue Arbeitsgeräte. Die 150 MilchbäuerInnen verwenden die Kredite, um neue Milchkühe zu kaufen oder um Milch besser zu lagern und haltbar zu machen. Darüber hinaus erhalten die BäuerInnen Schulungen, bei denen ihnen betriebs- und landwirtschaftliches Wissen vermittelt wird, das sie zur Verbesserung ihrer Anbaumethoden nutzen können. Die KleinbäuerInnen erhalten auch Schulungen über HIV/Aids-Prävention, Gesundheit, Ernährung und Hygiene. Zusätzlich helfen die MitarbeiterInnen unseres Projektpartners UOB den Reis-, Mais- und MilchbäuerInnen bei Fragen und Problemen und beraten sie über die Verwendung des geliehenen Kapitals. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Öffnung und Sicherung von Absatzmärkten, die den KleinbäuerInnen auch über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung stehen. Die Stärkung der genossenschaftlich organisierten Kooperativen soll eine Direktvermarktungsmöglichkeit schaffen, die den Verkaufspreis für die KleinbäuerInnen steigert. Sowohl die Verlinkung der KleinbäuerInnengruppen zu lokalen und regionalen Abnehmern, verbunden mit einer Regierungskampagne zur Förderung der Milchproduktion, eröffnet den KlientInnen einen langfristigen Absatzmarkt mit stabilen Preisen.