Nicaragua: Maniokanbau gegen Armut

SITUATION

Nicaragua ist das zweitärmste Land Lateinamerikas. Von seinen rund sechs Millionen Einwohnern leben etwa 43 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Insbesondere in den ländlichen Gebieten ist die Armut gravierend hoch. Rund 70 Prozent der KleinbäuerInnen Nicaraguas sind in einem Armutskreislauf gefangen: Es fehlt an hochwertigem Saatgut, landwirtschaftlichem Fachwissen und Zugang zu Absatzmärkten. Aufgrund magerer Ernten können sie nur selten über den Eigenbedarf hinaus produzieren. Zudem ist die derzeitige Qualität und Haltbarkeit ihrer Produkte, vor allem beim Hauptanbauprodukt Maniok, für den Verkauf an regionale und überregionale Märkte unzureichend. Durch die niedrige Qualität und den fehlenden Zugang zu geeigneten Absatzmärkten haben die KleinbäuerInnen keine Möglichkeit, ihr Einkommen zu steigern und ihre Lebensverhältnisse zu verbessern.

Projektziele

Im Rahmen des Projekts „Maniokanbau gegen Armut“ werden wir Kleinbauernfamilien in den Regionen Granada, Masaya und León unterstützten. Die KleinbäuerInnen erhalten Schulungen, damit sie Maniok mit hoher Qualität anbauen können. Landwirtschaftskredite sollen den Kauf von hochwertigem Saatgut und Erntegeräten ermöglichen.

Aktivitäten

Mit der Errichtung einer Verarbeitungsanlage in Granada erhalten die KleinbäuerInnen die Möglichkeit, die Haltbarkeit ihrer Maniokernte durch einen Wachsüberzug erheblich zu verlängern. Durch diese Veredelung ist der Maniok für längere, überregionale Transportwege geeignet und erfüllt die hohen Qualitätsanforderungen der Endabnehmer. So sind die KleinbäuerInnen in der Lage, ihre Ernte an lokale und regionale Märkte sowie an nationale Supermärkte und Nachbarländer zu verkaufen. Die Verarbeitungsanlage bietet zudem die Möglichkeit, Maniok von geringerer Qualität zu Speisestärke und Tierfutter zu verarbeiten und diesen an internationale Unternehmen verkaufen zu können. In landwirtschaftlichen Schulungen erlernen die KleinbäuerInnen Anbaumethoden, um hochwertigeren Maniok anzubauen. Durch die verschiedenen Projektmaßnahmen wird für die KleinbäuerInnen eine Einkommenssteigerung von bis zu 30 Prozent erwartet.

Mittlerweile profitieren über 1.200 Yuca-Farmer von den Anbauschulungen, den Landwirtschaftkrediten und der professionalisierten Verarbeitung durch die Anlage in Granada. Die Marktnachfrage nach qualitativ hochwertigem Maniok in Zentralamerika steigt, das Abnahmepotenzial ist entsprechend groß. In naher Zukunft werden Tausende von Maniok-BäuerInnen in der Umgebung und in entfernteren Regionen ihre Ernteerträge und somit ihr Familieneinkommen erheblich steigern können.