Ghana: Jedes Reiskorn zählt

Förderthema:

Landwirtschaft

Region:

Upper East Region, Ghana

Lokaler Partner:

Sinapi Aba Trust (SAT)

Projektnummer:

4330

Projektlaufzeit:

Juni 2015 bis 2016

Projektkosten:

86.000 Euro

Spenden

 

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Frauen sind die Multiplikatoren der Gesellschaft. Durch ihre Schlüsselrolle innerhalb der Familie, hat ihre Weiterentwicklung große Auswirkungen auf ihr gesamtes Umfeld.

 

Situation

In Ghana ist die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft nicht zu vernachlässigen. Häufig übernehmen sie alle Arbeiten von der Aussaat über die Ernte bis hin zum Verkauf der Erzeugnisse auf den lokalen Märkten. Ihre Stellung gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie für ihre Männer, die häufig auf der Suche nach Arbeit in die Städte abwandern, die Felder bewirtschaften, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Doch obwohl Frauen den Großteil der landwirtschaftlichen Aktivitäten verrichten, sind sie meistens von den profitablen Bereichen der Landwirtschaft ausgeschlossen. Die Anerkennung kommt den Männern zugute und die Arbeit der Frauen bleibt unberücksichtigt. Erfahrungswerte zeigen, dass die Produktivität von Kleinbauern höher ist als die der Kleinbäuerinnen. Dies lässt sich vor allem auf die ungleiche Behandlung von Frauen in den Kleinbäuerinnennetzwerken, die mangelnde Anerkennung ihrer Arbeit und den erschwerten Zugang zu Mikrokrediten und Sparangeboten zurückführen. Ohne finanzielle Unterstützung und sichere Absatzmöglichkeiten sind die Frauen nicht in der Lage, ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten auszuweiten und ihre Erträge zu steigern.

Projektziele

Das Projekt legt neben seinem Beitrag zur Armutsreduzierung und Ernährungssicherung einen Schwerpunkt auf die Förderung von Frauen in den ländlichen Gebieten Ghanas. Ab Juni 2015 erhalten insgesamt 300 Reisbäuerinnen der Gemeinde Korania in der Upper East Region die Möglichkeit, ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten auszuweiten, ihre Ernteerträge zu steigern und so ihr Einkommen zu erhöhen. Die 300 Reisbäuerinnen werden mit landwirtschaftlichen Krediten unterstützt, die ihnen in Form von Saatgut, Düngemitteln, Arbeitsgeräten und der Übernahme der Bewässerungsgebühr ausgegeben werden. Zusätzlich erwerben die Frauen durch Beratung und Schulungen betriebswirtschaftliche Kenntnisse und zusätzliches Wissen über alternative Anbau- und Düngemethoden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Öffnung und Sicherung eines Absatzmarktes, der den Frauen auch über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung steht.

Aktivitäten

In zwei Reisanbauphasen durchlaufen die 300 Kleinbäuerinnen des Projekts zwei Kreditzyklen. Zur Aussaat erhalten die Frauen ihre Darlehen in Form von Gruppenkrediten. Basierend auf  Informationen hinsichtlich Feldgröße, Familienmitglieder und anderen Einkommensquellen wird für jede Klientin die Kredithöhe individuell berechnet. Die Frauen erhalten ihre Kredite in Form von Reis-Saatgut, Düngemitteln und Arbeitsgeräten, wie Hacken, Sicheln und Planen. In der zweiten Anbauphase während der Trockenzeit beinhalten die Kredite zusätzlich die Bewässerungsgebühr an die Dammbetreiber. Die Kredite ermöglichen allen Reisbäuerinnen während der Trockenzeit von Oktober bis Februar eine zweite Anbauphase. Um den Reisanbau nachhaltig zu optimieren und die Ernteerträge zu steigern, erhalten die Frauen landwirtschaftliche, betriebswirtschaftliche und gesundheitliche Schulungen. Das neu erworbene Wissen geben sie als Multiplikatoren in ihren Familien und in der Gemeinde weiter. Durch die Kooperationen mit der „Sweet Rice Processing Company“ und dem „Kpasilaga Enterprise“ erhalten die Frauen Zugang zu einem langfristigen Absatzmarkt. Die im Süden Ghanas gelegene Fabrik garantiert die Abnahme der gesamten Ernte. Beide Unternehmen sind  Weiterverarbeitungsbetriebe, die den Reis schälen, waschen und dem regionalen Markt zuführen. Sie beliefern u. a. nationale Organisationen, die Schulen mit Mittagessen versorgen. Die Verträge mit beiden Weiterverarbeitungsbetrieben garantieren den Reisbäuerinnen auch zukünftig die Abnahme ihrer gesamten Ernte.

 

Fakten über Ghana

Hauptstadt:
Accra
Einwohner:
26,33 Millionen
Unterhalb der Armutsgrenze:
24,2 % der Bevölkerung
Lebenserwartung:
66 Jahre
Alphabetisierungsquote:
76,6 %
BIP pro Kopf/Jahr:
4.100 Euro
Beschäftigungssektoren:
Landwirtschaft: 44,7 % Industrie: 14,4 % Dienstleistung: 40,9 %
Inflationsrate:
15,5 %
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