So gehen wir von Opportunity Deutschland und unsere Partner mit COVID-19 um

Liebe Opportunity-Freundinnen und -Freunde,

mit der globalen Ausbreitung des Corona-Virus erleben wir eine noch nie dagewesene Krisensituation. Viele von uns sind mit gesundheitlichen und wirtschaftlichen Unsicherheiten konfrontiert. Eine Situation, die für unsere Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer in Haiti, Ghana, Indien und Uganda leider schon vor der Krise oft zum Alltag gehörte.

Als Hilfsorganisation mit dem Namen „Opportunity“ tragen wir die CHANCE in unserem Namen. Deshalb wollen wir auch in dieser Krise mehr denn je Chancengeber und Hoffnungsträger für Menschen in Not sein und die Existenzgrundlagen bewahren, die die Familien sich – dank Ihrer großzügigen Unterstützung – mit viel Mut und Fleiß aufgebaut haben. Wir wollen diesen Familien die Chance geben, diese Krise zu überstehen. Denn eines ist sicher: Jetzt ist nicht die Zeit, sich zurückzuziehen, es ist die Zeit, zu bleiben und zu helfen.

Denn für die Familien ist – selbst in gesunden Zeiten – der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung eine Herausforderung. Viele durchleben diese Pandemie zudem auf engem Wohnraum mit geteilten Sanitäranlagen. Eine soziale Distanzierung ist fast unmöglich. Mit den nur wenigen Ersparnissen ist es oft kaum möglich, sich durch den Kauf von zusätzlichen Nahrungsmitteln oder Vorräten auf die Ausgangssperre vorzubereiten – der Hunger ist eine sehr reale Bedrohung.  Zudem haben nur sehr wenige Regierungen finanzielle und unbürokratische Hilfe für die Ärmsten der Armen zugesagt. Und, ob diese wirklich alle Betroffenen erreichen wird, ist fraglich.

Unsere Hilfe wird sich in den kommenden Wochen und Monaten deshalb mit den Gegebenheiten und Möglichkeiten vor Ort stetig verändern. Wir werden neue Wege suchen, um unseren Partnerorganisationen beizustehen, damit diese den Menschen in Ghana, Haiti, Indien und Uganda möglichst unbürokratisch und direkt helfen können, ohne selbst in eine Notlage zu geraten. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe mehr denn je.

In unserem gesamten Netzwerk helfen unsere Partner den Klientinnen und Klienten, indem sie das Bewusstsein für die Pandemie schärfen und über Präventivmaßnahmen aufklären.

Einige unserer Partner sind in der Lage, bedürftigen Familien Hilfspakete mit Nahrungsmitteln, Seife und anderen Hygieneprodukten zur Verfügung zu stellen. Da wir mit diesen Familien bereits zusammenarbeiten, sind wir in einer guten Ausgangsposition, um die Menschen zu erreichen und ihre Grundbedürfnisse möglichst schnell zu erfüllen.

Die Partner versuchen sicherzustellen, dass wichtige Bankdienstleistungen weiterhin zur Verfügung stehen, der digitale und mobile Zugang erleichtert wird und die Rückzahlungsbedingungen für Kredite gelockert oder verlängert werden, wo dies erforderlich ist.

Bitte helfen Sie uns dabei, unsere Partner bei ihren Bestrebungen zur Bewältigung der Krise zu unterstützen. In dieser noch nie dagewesenen Situation werden dringend finanzielle Mittel benötigt. Ihre Spende wird dort eingesetzt, wo sie gerade am meisten benötigt wird. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen.

 

Folgend beispielhaft einige aktuelle Maßnahmen unserer Partner (Stand 2. Juni 2020):

Die landesweiten Beschränkungen für die 1,3 Milliarden Menschen in Indien wurde zum fünften Mal bis zum 30. Juni verlängert. Die Regierung wird ab dem 08. Juni Beschränkungen in drei Phasen lockern. Inländische Passagierflüge werden nach und nach wieder aufgenommen, internationale Flüge werden jedoch weiterhin ausgesetzt. Der öffentliche Verkehr zwischen weniger betroffene Bundestaaten wurde schon wieder zugelassen und auch privater Transport wird außerhalb der Sperrzonen langsam wieder zugelassen. Die Wiederaufnahme von weiteren kommerziellen Aktivitäten ist auch geplant. Einzelheiten zu den Beschränkungen auf gesamtstaatlicher Ebene werden in den kommenden Tagen nach Beurteilung der Lage vor Ort bekannt gegeben. 200 ausgebildete Gesundheitsberaterinnen sind aktiv involviert und führen weiterhin Aufklärungsarbeiten und Präventionsmaßnahmen zu COVID-19 in 1200 Dörfern in 5 Regionen durch. 240 Menschen in 7.680 Familien werden mit Lebensmitteln unterstützt. 186 rückkehrende Wanderarbeiter wurden bisher präventiv für 14 Tage in 96 Isolierzentren betreut. 28 Busse wurden gemietet, um für 1650 Wanderarbeiter eine sichere Rückreise in ihre Dörfer zu schaffen.

 

Die Corona-Epidemie traf Haiti verzögert, doch Fälle von COVID-19 treten mittlerweile in allen Landesteilen auf. In einem Land, in dem 60 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt, ist es besonders wichtig, jetzt mit Präventionsmaßnahmen das Schlimmste zu verhindern. Jede dritte Familie hat mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen. Ein „Lockdown“ wäre für Haitis Bevölkerung, die hauptsächlich im informellen Sektor agiert und keinerlei Rücklagen hat, daher fatal. Unser Partner Fonkoze nutzt seine vorhandenen Strukturen, um die Bevölkerung über die Pandemie aufzuklären und um seine Gesundheitsunternehmerinnen mit einem erweiterten Hygiene-Sortiment zu beliefern. Schon vor Auftreten des ersten Falls in Haiti Mitte März hatte Fonkoze einen Trainingsleitfaden zu sozialer Distanzierung, angemessenen Hygienemaßnahmen und COVID-19-Symptomen entwickelt. Damals war es noch möglich, die Trainings in großen Gruppen durchzuführen. So konnte im Voraus ein Großteil der Fonkoze-Klienten informiert werden. Seit dem 19. März finden die Schulungen in Kleingruppen von max. fünf Personen statt. Denn besonders die Menschen in abgelegenen ländlichen Regionen haben kaum von COVID-19 gehört und können auch die Bedeutung der Pandemie nicht gut einschätzen. Um den Zugang der Bevölkerung zu wichtigen Hygieneartikeln so flächendeckend wie möglich zu gewährleisten, erhalten die Gesundheitsunternehmerinnen ein erstes Set an COVID-19 bezogenen Produkten, um diese dann dauerhaft in ihr Sortiment aufzunehmen. Neben den bereits vorhandenen Artikeln wie Seife und Desinfektionsmitteln werden zusätzlich Wassereimer mit integriertem Wasserhahn für die Einrichtung von mobilen Waschstationen, lokal gefertigte Gesichtsmasken und Desinfektionsgel angeboten. So können diese essentiellen Hygieneprodukte für rund 20 Prozent der Bevölkerung Haitis zugänglich gemacht werden. Auch das Programm für extrem arme, marginalisierte Familien – Chemen Lavi Miyò – bereitet sich auf eine Begleitung der Teilnehmerinnen auf Distanz vor. Es wird befürchtet, dass einige Familien durch eine Rezession Schwierigkeiten haben werden, ihre neu etablierten Einkommensquellen aufrecht zu erhalten und in die Nahrungsmittelunsicherheit abgleiten könnten. Daher hat das Projektteam einen Fonds eingerichtet, welcher die Unterstützung der Familien in der Krise und die Wiederaufnahme ihrer einkommensschaffenden Aktivitäten nach der Krise ermöglichen soll.

 

In Ghana sind derzeit rund 8.300 Menschen an COVID-19 erkrankt. Die für die Großräume Accra und Kumasi verhängte Ausgangssperre, wurde nach drei Wochen am 20. April gelockert. Die wirtschaftlichen Folgen sind jedoch trotzdem deutlich spürbar. Einige Geschäfte, Behörden und Institutionen haben wieder geöffnet. Die Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln gelten weiterhin, jedoch sind diese schwer einzuhalten. Es herrscht weiterhin große Verunsicherung und die Geschäfte laufen noch schleppend, was weitere Umsatzeinbrüche zur Folge hat. Unser Partner Sinapi Aba ergreift derzeit Maßnahmen, um für die Klientinnen und Klienten in Zeiten der Krise da zu sein. Aufgrund von Sinapis Digitalisierungsangebot können viele Klientinnen und Klienten beispielsweise Ersparnisse oder Gelder zu entfernt lebenden Verwandten per Telefon transferieren – ohne dass es eines Besuchs in einer Filiale bedarf Gemeinsam mit den Bildungsunternehmerinnen und -unternehmern unserer Microschools wird geschaut, ob und wie sie virtuellen Schulunterricht anbieten und wie sie die Lehrer/innen weiter bezahlen können. Es wird geprüft, bei welchen Schulen die Kreditrückzahlungen verlängert werden. Sinapi hat außerdem beschlossen, den ärmsten Familien der YAP-Auszubildenden eine finanzielle Übergangshilfe zu ermöglichen. Da es nun vermehrt zu wirtschaftlichen Engpässen der Familien der Auszubildenden kommt – viele Eltern sind Tagelöhner, die keinerlei Einkommen während der Ausgangssperre erzielen konnten und daher ihre sehr begrenzten Ersparnisse aufbrauchen mussten – soll mit dieser Übergangshilfe das Überleben und eine Mindestversorgung mit einer Mahlzeit am Tag sichergestellt werden.

 

In Uganda wurde die landesweite Ausgangssperre bis zum 9. Juni verlängert, alle Flughäfen und Grenzübergänge sind weiterhin geschlossen. Die nächtliche Ausgangsperre bleibt in Kraft, ebenso die Aussetzung des öffentlichen und privaten Verkehrs und es dürfen sich nicht mehr als fünf Menschen versammeln. Schulen, Universitäten und nicht wesentliche kommerzielle Betriebe bleiben ebenfalls weiterhin geschlossen. Lebensmittelgeschäfte sind weiterhin geöffnet. Die Ausgangssperre führt zu Verzögerungen unserer Projektaktivitäten – Trainings, Workshops und Treffen müssen weiterhin ausgesetzt werden. Tätigkeiten, wie z.B. die laufende Entwicklung von Lehrplänen und Telefoninterviews werden vom Homeoffice weiter ausgeführt. Ab dem 2. Juni plant die Regierung eine Schrittweise Öffnung unter strengen Vorgaben, angefangen mit dem öffentlichen Transport.

 

Wir werden unser Möglichstes dafür tun, all diese Herausforderungen gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort, mit unserem Stiftungsrat, unseren Schirmherren, Botschaftern und Freunden, wie Ihnen, zu bewältigen.

Jetzt ist es für uns alle an der Zeit, über uns selbst hinauszuwachsen und den Menschen zu helfen, die es am härtesten trifft. Um die Ausbreitung von COVID-19 in Indien, Ghana, Haiti und Uganda einzudämmen und betroffenen Menschen sofort zu helfen, müssen wir bei unseren Hilfsmaßnahmen flexibel und unbürokratisch sein. Nur so können wir unseren Partnern dabei helfen, die Menschen in ihrer Not zu erreichen!

Wir hoffen, dass wir nach der Bewältigung dieser Krise, mit unseren Partnern zusammen die Projektaktivitäten wieder aufnehmen können und zusammen die Menschen dabei unterstützen können, sich ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Bitte helfen Sie uns dabei, die nun besonders betroffenen Familien zu unterstützen. SPENDEN SIE JETZT!

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LIVE-VIDEO-KONFERENZEN

In Live-Video-Konferenzen informieren wir Sie über die aktuelle Situation in den Ländern und die Bestrebungen unserer Partner vor Ort und wie wir gemeinsam mit den derzeitigen Auswirkungen durch COVID-19 umgehen.

Sie benötigen keine Webcam für die Konferenzen, da nur die Referenten sichtbar sind. Über unseren Live-Chat können Sie uns aber natürlich Ihre Fragen oder Anregungen übermitteln, auf die wir während der Konferenz eingehen werden.

Sollten Sie aus zeitlichen Gründen keine Möglichkeit haben, an den Konferenzen live teilzunehmen, senden wir Ihnen die Aufzeichnung gern zu. Bitte registrieren Sie sich dazu in jedem Falle unter den jeweiligen Anmelde-Links.

Über weitere Live-Video-Konferenzen informieren wir Sie an dieser Stelle und in unserem Email-Newsletter.

 

Aufzeichnung von vergangenen Live-Video-Konferenzen:

Live-Video-Konferenz: Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Haiti
mit Andrea Zipprich, Projektkoordinatorin Haiti Opportunity Deutschland,
Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland,
Carine Roenen, Direktorin Fonkoze Haiti und
Hébert Artus, Programmleiter Fonkoze Haiti

Carine Roenen, Direktorin unseres haitianischen Partners Fonkoze sowie Hébert Artus, Programmleiter von Fonkoze berichten darüber, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Menschen in Haiti hat, wie beispielsweise die Boutik Sante-Unternehmerinnen dabei helfen können, die Verbreitung des Virus zu vermeiden und wie auch wir von Deutschland aus den Menschen in Haiti zur Seite stehen können.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/hpN0CAhw0cY

 

 

Live-Video-Konferenz: Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Indien
mit Mukti K. Bosco, Geschäftsführerin von Healing Fields Foundation aus Indien, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Jutta Wermelt, Leitung Internationale Projektkoordination

Seit 2014 fördert Opportunity gemeinsam mit Healing Fields die Ausbildung von Mikrofinanzklientinnen zu Gesundheitsberaterinnen. Für die 1,3 Milliarden Menschen in Indien gilt seit dem 27.3.2020 eine 21-tägige Ausgangssperre, um die Verbreitung des Virus zu vermeiden. Es gilt jetzt sorgfältig abzuwägen, wie und welche Aktivitäten ausgeführt werden können und müssen, um weiterhin die überlebenswichtige Hilfe zu geben, derer es jetzt bedarf.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/ki2_A9zdPbI

 

Live-Video-Konferenz: Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Ghana
mit Nils Ritterhoff, Stiftungsratsvorsitzender Opportunity Deutschland, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Tony Fosu, Geschäftsführer von Sinapi Aba aus Ghana

Seit dem 30. März gelten für vorerst zwei Wochen Ausgangssperren für die Großräume Accra und Kumasi. Welche Auswirkungen die Corona-Krise insgesamt auf unseren Partner in Ghana und unsere Klientinnen und Klienten hat, und wie wir den Menschen in Ghana in der Krise beistehen können, das berichtete uns Tony Fosu im Gespräch mit Nils Ritterhoff und Anke Luckja.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link:  https://youtu.be/5XeHCa6SUSE

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Unser gesamtes Team ist im „Homeoffice“ weiter für Sie erreichbar. In unserem Stiftungsbüro in Köln halten wir die Stellung mit einer kleinen Notbesetzung, die Sie unter info@oid.org oder telefonisch unter 0221/250 816 30 erreichen.

 

Bleiben Sie gesund und gesegnet.

Ihr

Opportunity-Team