Covid-19: So helfen wir mit unseren Partnern vor Ort

Liebe Opportunity-Freundinnen und -Freunde,

mit der globalen Ausbreitung des Corona-Virus erleben wir auch in Deutschland eine langfristige Krisensituation. Eine Situation, die für unsere Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer in Haiti, Ghana, Indien und Uganda leider schon vor der Krise oft zum Alltag gehörte. Wir wollen in dieser Krise mehr denn je Chancengeber und Hoffnungsträger für Menschen in Not sein und die Existenzgrundlagen bewahren, die die Familien sich – dank Ihrer Unterstützung – mit viel Mut und Fleiß aufgebaut haben.

Denn für die Familien ist – selbst in gesunden Zeiten – der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung eine Herausforderung. Viele durchleben diese Pandemie zudem auf engem Wohnraum mit geteilten Sanitäranlagen. Eine soziale Distanzierung ist fast unmöglich. Mit den nur wenigen Ersparnissen ist es oft kaum möglich, sich durch den Kauf von zusätzlichen Nahrungsmitteln oder Vorräten auf die Ausgangssperre vorzubereiten – der Hunger ist eine sehr reale Bedrohung. Zudem haben nur sehr wenige Regierungen finanzielle und unbürokratische Hilfe für die Ärmsten der Armen zugesagt.

In unserem gesamten Netzwerk helfen unsere Partner den Klientinnen und Klienten, indem sie für bedürftige Familien Hilfspakete mit Nahrungsmitteln, Seife und anderen Hygieneprodukten zur Verfügung zu stellen. Die Partner versuchen sicherzustellen, dass wichtige Bankdienstleistungen weiterhin zur Verfügung stehen, der digitale und mobile Zugang erleichtert wird und die Rückzahlungsbedingungen für Kredite gelockert oder verlängert werden, wo dies erforderlich ist.

Bitte helfen Sie uns dabei Existenzgrundlagen zu bewahren und den Menschen verlässlich zur Seite zu stehen. In dieser noch nie dagewesenen Situation werden dringend finanzielle Mittel benötigt. Ihre Spende wird dort eingesetzt, wo sie gerade am meisten benötigt wird. Danke für Ihr Vertrauen.

 

Die Situation in unseren Projektländern und aktuelle Maßnahmen unserer Partner (Stand 03.12.2020):

INDIEN

Risikogebiet. Der Lockdown hat die Geschwindigkeit der Infektionsrate verlangsamt und dadurch der Gesundheitsinfrastruktur etwas Zeit verschafft. Indien hat eine der niedrigsten Fallsterblichkeitsrate weltweit, weswegen die Regierung wirtschaftliche und soziale Aktivitäten weiterhin lockert. Hotels, Restaurants und Gastgewerbe, die U-Bahn und Einkaufszentren dürfen unter Einhaltung von COVID Maßnahmen wieder öffnen. Kulturelle, religiöse und politische Veranstaltungen dürfen mit einer maximalen Teilnehmerzahl von 200 Personen stattfinden. Wenn sich Hotspots entwickeln, werden Sperrzonen eingerichtet und nur wesentliche Aktivitäten zugelassen. Die Regierung empfiehlt Personen über 65 Jahren, Personen mit Erkrankungen, Schwangere und Kinder unter 10 Jahren, zu Hause zu bleiben. Schulen und Betreuungseinrichtungen sind in abgestufter Weise wieder geöffnet.

Gesundheitsberaterinnen helfen: Unsere Partnerorganisation Healing Fields Foundation mobilisierte direkt zu Beginn der Pandemie die mit Hilfe von Opportunity ausgebildeten 1.300 Gesundheitsberaterinnen in Bihar und Uttar Pradesh, um die Dorfbevölkerung aktiv zu unterstützen. Da in den ländlichen Gemeinden das Bewusstsein über die COVID-19 Symptome sowie für Prävention, Hygiene, und eine gesunde Ernährung so gut wie gar nicht vorhanden war, haben die Gesundheitsberaterinnen Aufklärungsarbeit und Präventions­maßnahmen über das Virus durchgeführt. In einzelnen Gemeinden haben sie sich für dringend benötigte Quarantäne-Stationen eingesetzt. Insgesamt konnten 1.364 Menschen aus 248 Familien mit Lebensmittelrationen versorgt werden. Die Gesundheitsberaterinnen setzen sich weiterhin unermüdlich für ihre Mitmenschen ein.

HAITI

Unsere Partnerorganisation in Haiti, Fonkoze, hat bereits vor dem Auftreten der ersten Fälle in Haiti, sein Personal zum Umgang mit der Pandemie fortgebildet und Szenarios für die einzelnen Projekte entwickelt, um auf verschiedene Auswirkungen der Corona-Krise reagieren zu können. Projektteilnehmende, Klientinnen und Klienten wurden frühzeitig über COVID 19 informiert und zu sozialer Distanzierung, angemessenen Hygienemaßnahmen und zum sicheren und zugleich solidarischen Umgang mit Betroffenen fortgebildet. Über das „Boutik Sante“ Netzwerk mit seinen 900 Gesundheitsläden erhielten 2 Mio. Menschen Zugang zu mobilen Waschstationen, Seife, lokal gefertigten Gesichtsmasken und Desinfektionsgel. Schon seit Juni 2020 kann ein stetiger Rückgang der Infektionszahlen beobachtet werden, der die Menschen aufatmen lässt.  Im August hob die Regierung den Notstand auf.

Viel bedrohlicher bleiben weiterhin die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Der Teil-Lockdown, der von März bis August galt hat die Wirtschaft weiter geschwächt; Mitte 2020 lag die Inflation bei 25%. Steigende Lebensmittelpreise haben besonders die Armen hart getroffen. So gibt es immer mehr Haushalte, die in die extreme Armut abrutschen und für die Hunger zum Alltag gehört. Daher ist die langfristige und dauerhafte Stärkung extrem armer Haushalte die beste Strategie um Menschen in Haiti auch durch diese Krise zu helfen. Mit dem CLM Programm tut Fonkoze seit 13 Jahren genau das. Die Dringlichkeit und Relevanz dieser Arbeit wird in diesen Zeiten besonders sichtbar.

GHANA

Die Zahl der Infizierten in Ghana ist nach einem starken Anstieg Anfang November wieder leicht rückläufig. Die meisten aktiven Fälle befinden sich nach wie vor im Süden des Landes, insbesondere in der Region rund um die Hauptstadt Accra. Die Schulen in Ghana bleiben bis Ende des Jahres geschlossen. Die Abschlussjahrgänge der höheren Schulformen können ihr Schuljahr beenden. Kindergärten, Grundschulen und die unteren Jahrgangsstufen der Junior- und Senior High-Schools dürfen ab Januar 2021 wieder öffnen. Größere Versammlungen sind zurzeit ausgesetzt. In anderen Bereichen des öffentlichen Lebens werden strenge Hygienevorschriften durchgesetzt. Mithilfe des Digitalisierungsangebots unseres Partners Sinapi können viele Klientinnen und Klienten Ersparnisse oder Gelder zu entfernt lebenden Verwandten per Telefon transferieren – ohne, dass es eines Besuchs in einer Filiale bedarf.  Die Auszubildenden im YAP Programm können im Schichtbetrieb wieder zur Arbeit gehen und wurden auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen geschult. Sie haben Gesichtsmasken und Handdesinfektionsmittel erhalten und es wurden mobile Waschstationen installiert, um eine Ausbreitung in den Ausbildungsbetrieben zu vermeiden. Die ausbildungsbegleitenden Schulungen und Workshops können wieder – mit vorliegendem Hygienekonzept – umgesetzt werden.

UGANDA

Die Zahl der Infektionen steigt in Uganda leicht an, dennoch führt die Regierung schrittweise Lockerungen durch. Die Teilnehmerzahl an Hochzeiten, politischen Kundgebungen, Gebete und Versammlungen wurde auf 200 Personen angehoben. Seit Mitte November sind Kinos und Sportstätten wieder geöffnet, Bars und Clubs bleiben jedoch weiterhin geschlossen. Eine Ausgangssperre von 21 bis 6 Uhr bleibt weiterhin bestehen. Sowohl der öffentliche als auch der private Verkehr sind erlaubt, allerdings dürfen nur bis zur 4 Personen im Auto sein und alle müssen eine Maske tragen. Grenzübergänge und Flughäfen sind wieder offen. Alle Personen ab sechs Jahren sind verpflichtet, außerhalb des Hauses eine Gesichtsmaske zu tragen. Die Projektaktivitäten werden unter Beachtung der sozialen Abstandsregeln durchgeführt. Schulen, Colleges und Universitäten sind für Abschlussklassen wieder geöffnet. Der reguläre Schulbetrieb wird voraussichtlich im Januar 2021 wieder stattfinden.

Bitte helfen Sie uns dabei, die besonders betroffenen Familien zu unterstützen. SPENDEN SIE JETZT!

 


Aufzeichnungen: VIDEO-KONFERENZEN zur Covid-19 Hilfe

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Haiti
mit Andrea Zipprich, Projektkoordinatorin Haiti Opportunity Deutschland,
Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland,
Carine Roenen, Direktorin Fonkoze Haiti und
Hébert Artus, Programmleiter Fonkoze Haiti

Carine Roenen, Direktorin unseres haitianischen Partners Fonkoze sowie Hébert Artus, Programmleiter von Fonkoze, berichten darüber, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Menschen in Haiti hat, wie beispielsweise die Boutik Sante-Unternehmerinnen dabei helfen können, die Verbreitung des Virus zu vermeiden und wie auch wir von Deutschland aus den Menschen in Haiti zur Seite stehen können.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/hpN0CAhw0cY

 

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Indien
mit Mukti K. Bosco, Geschäftsführerin von Healing Fields Foundation aus Indien, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Jutta Wermelt, Leitung Internationale Projektkoordination

Seit 2014 fördert Opportunity gemeinsam mit Healing Fields die Ausbildung von Mikrofinanzklientinnen zu Gesundheitsberaterinnen. Während des Lockdowns für 1,3 Milliarden Menschen in Indien gilt es sorgfältig abzuwägen, wie und welche Aktivitäten ausgeführt werden können und müssen, um weiterhin die überlebenswichtige Hilfe zu geben, derer es jetzt bedarf.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/ki2_A9zdPbI

 

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Ghana
mit Nils Ritterhoff, Stiftungsratsvorsitzender Opportunity Deutschland, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Tony Fosu, Geschäftsführer von Sinapi Aba aus Ghana

Seit dem 30. März gelten für vorerst zwei Wochen Ausgangssperren für die Großräume Accra und Kumasi. Welche Auswirkungen die Corona-Krise insgesamt auf unseren Partner in Ghana und unsere Klientinnen und Klienten hat, und wie wir den Menschen in Ghana in der Krise beistehen können, das berichtete uns Tony Fosu im Gespräch mit Nils Ritterhoff und Anke Luckja.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link:  https://youtu.be/5XeHCa6SUSE

Über weitere Live-Video-Konferenzen informieren wir Sie an dieser Stelle und in unserem Email-Newsletter.