Covid-19: So helfen wir mit unseren Partnern vor Ort

Liebe Opportunity-Freundinnen und -Freunde,

mit der globalen Ausbreitung des Corona-Virus erleben wir auch in Deutschland eine langfristige Krisensituation. Eine Situation, die für unsere Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer in Haiti, Ghana, Indien und Uganda leider schon vor der Krise oft zum Alltag gehörte. Wir wollen in dieser Krise mehr denn je Chancengeber und Hoffnungsträger für Menschen in Not sein und die Existenzgrundlagen bewahren, die die Familien sich – dank Ihrer Unterstützung – mit viel Mut und Fleiß aufgebaut haben.

Denn für die Familien ist – selbst in gesunden Zeiten – der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung eine Herausforderung. Viele durchleben diese Pandemie zudem auf engem Wohnraum mit geteilten Sanitäranlagen. Eine soziale Distanzierung ist fast unmöglich. Mit den nur wenigen Ersparnissen ist es oft kaum möglich, sich durch den Kauf von zusätzlichen Nahrungsmitteln oder Vorräten auf die Ausgangssperre vorzubereiten – der Hunger ist eine sehr reale Bedrohung. Zudem haben nur sehr wenige Regierungen finanzielle und unbürokratische Hilfe für die Ärmsten der Armen zugesagt.

In unserem gesamten Netzwerk helfen unsere Partner den Klientinnen und Klienten, indem sie für bedürftige Familien Hilfspakete mit Nahrungsmitteln, Seife und anderen Hygieneprodukten zur Verfügung zu stellen. Die Partner versuchen sicherzustellen, dass wichtige Bankdienstleistungen weiterhin zur Verfügung stehen, der digitale und mobile Zugang erleichtert wird und die Rückzahlungsbedingungen für Kredite gelockert oder verlängert werden, wo dies erforderlich ist.

Bitte helfen Sie uns dabei Existenzgrundlagen in unseren Projektländern zu bewahren und den Menschen verlässlich zur Seite zu stehen. Ihre Spende wird dort eingesetzt, wo sie gerade am meisten benötigt wird. Danke für Ihr Vertrauen.

Die Situation in unseren Projektländern und aktuelle Maßnahmen unserer Partner (Stand 18.05.2021):

INDIEN

Weltweit ist Indien am schlimmsten von der Corona Pandemie betroffen. Bisher haben sich ca. 25 Millionen mit dem Virus infiziert und täglich gibt es mehr als 350.000 Neuinfektionen. Mehr als 275.000 Menschen sind an oder mit dem Virus verstorben. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer wird als weitaus höher geschätzt. Der Höhepunkt der zweiten Welle ist für Ende Mai prognostiziert. Im Land herrscht ein Teillockdown und die Ärmsten kämpfen um den Zugang zu Dingen des täglichen Lebens. Die Gesundheitsinfrastruktur bricht zusammen und die Krankenhäuser sind überlastet. Insgesamt herrscht ein Mangel an medizinischem Personal, Krankenhausbetten und Sauerstoff. Jetzt breitet sich das Virus auch immer weiter in die ländlichen Regionen aus, wo die Gesundheitsinfrastruktur noch schlechter ist, als in den Städten. In der Bevölkerung herrscht eine große Unsicherheit und Unwissen über das Corona-19 Virus. Es grassieren Fehlinformationen, Menschen sind den Impfungen gegenüber zögerlich und dazu kommt ein weit verbreitetes Misstrauen gegenüber Institutionen und der Regierung. Bisher sind ungefähr 154 Millionen Menschen in Indien geimpft. Vollständig geimpft sind 27,5%, das sind ca. 2% der indischen Gesamtbevölkerung.

Gesundheitsberaterinnen helfen: Durch die vorhandenen Strukturen von ausgebildeten Gesundheitsberaterinnen, gibt es ein großes Netzwerk an vertrauensvollen Beziehungen, das die Gesundheitsberaterinnen über viele Jahre in ihren Gemeinden aufbauen konnten. Seit dem Ausbruch der Pandemie arbeitet unsere Partnerorganisation Healing Fields mit den engagieren Gesundheitsberaterinnen gegen den medizinischen Notstand und grassierende Fehlinformationen in den ländlichen Gebieten in Uttar Pradesh, Bihjar und Jharkand an. Diese bestehende Struktur trägt auch jetzt in der zweiten Welle zur Bekämpfung der Pandemie bei. Trotz hoher physischer und psychologischer Herausforderungen, Ängsten und Verlusten von Familie sind Healing Fields und die Gesundheitsberaterinnen unermüdlich im Einsatz und stehen den Menschen bei. Über 500 Gesundheitsberaterinnen sind in über 500 Dörfern in Bihar, Uttar Pradesh und Jharkand tätig und klären über den Virus auf. Darüber hinaus ermöglichen sie der ländlichen Bevölkerung den Zugang zur medizinischen Beratung und Versorgung. Erkrankte Menschen und deren Angehörige haben die Möglichkeit, über eine gebührenfreie Telefonnummer medizinische Unterstützung und Beratung zu bekommen. Familien, die sich in häusliche Isolation begeben müssen, werden mit Trockennahrung oder gekochtem Essen versorgt. Personen mit stärkeren Symptomen werden mit einem eigens gemietetem Krankentransport in naheliegende Isolationszentren gebracht.

HAITI

Unsere Partnerorganisation in Haiti, Fonkoze, hat bereits vor dem Auftreten der ersten Fälle in Haiti, sein Personal zum Umgang mit der Pandemie fortgebildet und Szenarios für die einzelnen Projekte entwickelt, um auf verschiedene Auswirkungen der Corona-Krise reagieren zu können. Projektteilnehmende, Klientinnen und Klienten wurden frühzeitig über COVID 19 informiert und zu sozialer Distanzierung, angemessenen Hygienemaßnahmen und zum sicheren und zugleich solidarischen Umgang mit Betroffenen fortgebildet. Über das „Boutik Sante“ Netzwerk mit seinen 900 Gesundheitsläden erhielten 2 Mio. Menschen Zugang zu mobilen Waschstationen, Seife, lokal gefertigten Gesichtsmasken und Desinfektionsgel. Schon seit Juni 2020 konnte ein stetiger Rückgang der Infektionszahlen beobachtet werden. Eine kleinere zweite Welle im März 2021 ist relativ schnell wieder abgeflaut.

Viel bedrohlicher bleiben weiterhin die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Der Teil-Lockdown, der von März bis August 2020 galt hat die Wirtschaft weiter geschwächt. Steigende Lebensmittelpreise aufgrund einer hohen Abhängigkeit von Importen haben besonders die Armen hart getroffen. Daher ist die langfristige und dauerhafte Stärkung extrem armer Haushalte die beste Strategie um Menschen in Haiti auch durch diese Krise zu helfen. Mit dem CLM Programm tut Fonkoze seit 13 Jahren genau das. Die Dringlichkeit und Relevanz dieser Arbeit wird in diesen Zeiten besonders sichtbar.

GHANA

Die Zahl der Infizierten in Ghana ist nach steigenden Zahlen Anfang 2021 seit Mitte März wieder rückläufig. Der Ghana Health Service berichtet aktuell von 1.259 aktiven Fällen. Die meisten aktiven Fälle befinden sich nach wie vor im Umkreis der großen Städte, insbesondere in den Regionen rund um die Hauptstadt Accra und um Kumasi. Im März begann das von den Vereinten Nationen unterstützte Impfprogramm Covax. Stand Mai sind bisher 852.047 Personen geimpft worden. Die Schulen in Ghana sind seit Januar 2021 wieder geöffnet. Größere Versammlungen sind zurzeit ausgesetzt. In anderen Bereichen des öffentlichen Lebens werden strenge Hygienevorschriften durchgesetzt. Mithilfe des Digitalisierungsangebots unseres Partners Sinapi können viele Klientinnen und Klienten Ersparnisse oder Gelder zu entfernt lebenden Verwandten per Telefon transferieren – ohne, dass es eines Besuchs in einer Filiale bedarf. Die Auszubildenden im YAP Programm können im Schichtbetrieb zur Arbeit gehen und wurden auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen geschult. Sie haben Gesichtsmasken und Handdesinfektionsmittel erhalten und es wurden mobile Waschstationen installiert, um eine Ausbreitung in den Ausbildungsbetrieben zu vermeiden. Die ausbildungsbegleitenden Schulungen und Workshops können – mit vorliegendem Hygienekonzept und in kleineren Gruppen – wie geplant umgesetzt werden.

UGANDA

Die Zahl der COVID-19 Infektionen ist zwischen März und April stark angestiegen, weshalb die ugandische Regierung über verschärfte Lockdown Maßnahmen nachdenkt. Neben der britischen wurde auch die indische Virusvariante im Land registriert. Die bisherigen Maßnahmen wie Schließung von Restaurants und Bars und Beschränkungen für große öffentliche Versammlungen, bleiben in Kraft, bis 80 % der gefährdeten Bevölkerung geimpft sind. Weiterhin bestehen Ausgangssperren von 21 bis 6 Uhr. Sowohl der öffentliche als auch der private Verkehr sind mit Maske erlaubt. Grenzübergänge und Flughäfen sind wieder offen. Alle Personen ab sechs Jahren sind verpflichtet, außerhalb des Hauses eine Gesichtsmaske zu tragen. Unsere Projektaktivitäten werden unter Beachtung der sozialen Abstandsregeln durchgeführt.

Bitte helfen Sie uns dabei, die besonders betroffenen Familien zu unterstützen. SPENDEN SIE JETZT!

 


Aufzeichnungen: VIDEO-KONFERENZEN zur Covid-19 Hilfe

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Haiti
mit Andrea Zipprich, Projektkoordinatorin Haiti Opportunity Deutschland,
Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland,
Carine Roenen, Direktorin Fonkoze Haiti und
Hébert Artus, Programmleiter Fonkoze Haiti

Carine Roenen, Direktorin unseres haitianischen Partners Fonkoze sowie Hébert Artus, Programmleiter von Fonkoze, berichten darüber, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Menschen in Haiti hat, wie beispielsweise die Boutik Sante-Unternehmerinnen dabei helfen können, die Verbreitung des Virus zu vermeiden und wie auch wir von Deutschland aus den Menschen in Haiti zur Seite stehen können.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/hpN0CAhw0cY

 

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Indien
mit Mukti K. Bosco, Geschäftsführerin von Healing Fields Foundation aus Indien, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Jutta Wermelt, Leitung Internationale Projektkoordination

Seit 2014 fördert Opportunity gemeinsam mit Healing Fields die Ausbildung von Mikrofinanzklientinnen zu Gesundheitsberaterinnen. Während des Lockdowns für 1,3 Milliarden Menschen in Indien gilt es sorgfältig abzuwägen, wie und welche Aktivitäten ausgeführt werden können und müssen, um weiterhin die überlebenswichtige Hilfe zu geben, derer es jetzt bedarf.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/ki2_A9zdPbI

 

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Ghana
mit Nils Ritterhoff, Stiftungsratsvorsitzender Opportunity Deutschland, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Tony Fosu, Geschäftsführer von Sinapi Aba aus Ghana

Seit dem 30. März gelten für vorerst zwei Wochen Ausgangssperren für die Großräume Accra und Kumasi. Welche Auswirkungen die Corona-Krise insgesamt auf unseren Partner in Ghana und unsere Klientinnen und Klienten hat, und wie wir den Menschen in Ghana in der Krise beistehen können, das berichtete uns Tony Fosu im Gespräch mit Nils Ritterhoff und Anke Luckja.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link:  https://youtu.be/5XeHCa6SUSE

Über weitere Live-Video-Konferenzen informieren wir Sie an dieser Stelle und in unserem Email-Newsletter.