Covid-19: So helfen wir mit unseren Partnern vor Ort

Liebe Opportunity-Freundinnen und -Freunde,

mit der globalen Ausbreitung des Corona-Virus erleben wir auch in Deutschland eine langfristige Krisensituation. Eine Situation, die für unsere Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer in Haiti, Ghana, Indien und Uganda leider schon vor der Krise oft zum Alltag gehörte. Wir wollen in dieser Krise mehr denn je Chancengeber und Hoffnungsträger für Menschen in Not sein und die Existenzgrundlagen bewahren, die die Familien sich – dank Ihrer Unterstützung – mit viel Mut und Fleiß aufgebaut haben.

Denn für die Familien ist – selbst in gesunden Zeiten – der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung eine Herausforderung. Viele durchleben diese Pandemie zudem auf engem Wohnraum mit geteilten Sanitäranlagen. Eine soziale Distanzierung ist fast unmöglich. Mit den nur wenigen Ersparnissen ist es oft kaum möglich, sich durch den Kauf von zusätzlichen Nahrungsmitteln oder Vorräten auf die Ausgangssperre vorzubereiten – der Hunger ist eine sehr reale Bedrohung. Zudem haben nur sehr wenige Regierungen finanzielle und unbürokratische Hilfe für die Ärmsten der Armen zugesagt.

In unserem gesamten Netzwerk helfen unsere Partner den Klientinnen und Klienten, indem sie für bedürftige Familien Hilfspakete mit Nahrungsmitteln, Seife und anderen Hygieneprodukten zur Verfügung zu stellen. Die Partner versuchen sicherzustellen, dass wichtige Bankdienstleistungen weiterhin zur Verfügung stehen, der digitale und mobile Zugang erleichtert wird und die Rückzahlungsbedingungen für Kredite gelockert oder verlängert werden, wo dies erforderlich ist.

Bitte helfen Sie uns dabei Existenzgrundlagen in unseren Projektländern zu bewahren und den Menschen verlässlich zur Seite zu stehen. Ihre Spende wird dort eingesetzt, wo sie gerade am meisten benötigt wird. Danke für Ihr Vertrauen.

Die Situation in unseren Projektländern und aktuelle Maßnahmen unserer Partner (Stand 30.06.2021):

INDIEN

Bisher haben sich offiziell über 30 Millionen Menschen in Indien mit dem Virus infiziert und mehr als 400.000 Menschen sind an oder mit dem Virus verstorben. Die Zahl der Neuinfizierten geht aber zurück und die schwere zweite Welle vom Mai scheint zunächst gebrochen zu sein. Dennoch ist Indien noch nicht aus der Gesundheitskrise raus, denn die nachgewiesenen und weitaus ansteckenderen Delta und Delta Plus Varianten verbreiten sich schnell. Die Impfkampagnen verlaufen langsamer als geplant und nur fünf Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Zum einen hat Indien nicht genügend Impfstoffe und zum anderen ist das Misstrauen gegenüber Institutionen und der Regierung groß. Die Ausbreitung von COVID-19 führt weiterhin zu Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens und zu Einschränkungen in der Mobilität. Die Schulen bleiben weiterhin geschlossen und lokale Ausgangssperren werden wieder zunehmend verhängt. Viele Bundesstaaten führen zudem oft kurzfristig Einreisebeschränkungen und Kontrollmaßnahmen sowie sonstige einschränkende Maßnahmen ein.

Gesundheitsberaterinnen helfen: Durch die vorhandenen Strukturen von ausgebildeten Gesundheitsberaterinnen gibt es ein großes Netzwerk an vertrauensvollen Beziehungen, welches die Gesundheitsberaterinnen über viele Jahre in ihren Gemeinden aufbauen konnten. Seit dem Ausbruch der Pandemie arbeitet unsere Partnerorganisation Healing Fields mit den engagierten Gesundheitsberaterinnen gegen den medizinischen Notstand und grassierende Fehlinformationen in den ländlichen Gebieten in Uttar Pradesh, Bihjar und Jharkand an. Diese bestehende Struktur trägt auch jetzt in der zweiten Welle zur Bekämpfung der Pandemie bei. Trotz hoher physischer und psychologischer Herausforderungen, Ängsten und Verlusten von Familie sind Healing Fields und die Gesundheitsberaterinnen unermüdlich im Einsatz und stehen den Menschen bei. 1000 Gesundheitsberaterinnen wurden in COVID Aufklärung und Prävention geschult und sind in 1000 Dörfern in Bihar, Uttar Pradesh und Jharkand tätig, wo sie über den Virus aufklären und bei Impfkampagnen unterstützen. 70 Isolationszentren konnten bisher auf Dorfebene errichtet werden. In den Isolationszentren konnten bisher über 500 infizierte Menschen versorgt und betreut werden. Darüber hinaus ermöglichen die Gesundheitsberaterinnen der ländlichen Bevölkerung den Zugang zur medizinischen Beratung und Versorgung. Erkrankte Menschen und deren Angehörige haben die Möglichkeit, über eine gebührenfreie Telefonnummer medizinische Unterstützung und Beratung zu bekommen. Familien, die sich in häusliche Isolation begeben müssen, werden mit Trockennahrung oder gekochtem Essen versorgt.

HAITI

Unsere Partnerorganisation in Haiti, Fonkoze, hat sein Personal bereits vor dem Auftreten der ersten Fälle in Haiti zum Umgang mit der Pandemie fortgebildet und Szenarios für die einzelnen Projekte entwickelt, um auf verschiedene Auswirkungen der Corona-Krise reagieren zu können. Projektteilnehmende Klientinnen und Klienten wurden frühzeitig über COVID 19 informiert und zu sozialer Distanzierung, angemessenen Hygienemaßnahmen und zum sicheren und zugleich solidarischen Umgang mit Betroffenen fortgebildet. Über das „Boutik Sante“ Netzwerk mit seinen 900 Gesundheitsläden erhielten 2 Mio. Menschen Zugang zu mobilen Waschstationen, Seife, lokal gefertigten Gesichtsmasken und Desinfektionsgel. Ab Juni 2020 konnte für die erste Welle ein stetiger Rückgang der Infektionszahlen beobachtet werden. Eine kleinere zweite Welle im März 2021 ist relativ schnell wieder abgeflaut. Aktuell nehmen die Infektionszahlen wieder zu. Grund zur Besorgnis ist, dass bisher noch keine Rede von einer Impfkampagne sein kann. Noch nicht einmal das medizinische Personal ist geimpft. Sollte diese dritte Welle also stärker ausfallen als bisherige Wellen, könnte dies das schwache Gesundheitssystem schnell an seine Grenzen bringen.

Viel bedrohlicher bleiben weiterhin die angespannte Sicherheitslage und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Steigende Lebensmittelpreise aufgrund einer hohen Abhängigkeit von Importen haben besonders die Armen hart getroffen. Daher ist die langfristige und dauerhafte Stärkung extrem armer Haushalte die beste Strategie, um Menschen in Haiti auch durch diese Krise zu helfen. Mit dem CLM Programm tut Fonkoze seit 13 Jahren genau das. Die Dringlichkeit und Relevanz dieser Arbeit wird in diesen Zeiten besonders sichtbar.

GHANA

Die Zahl der Infizierten in Ghana ist seit Mitte März recht konstant und befindet sich auf einem mäßigen Niveau. Der Ghana Health Service berichtet aktuell von 1.412 aktiven Fällen. Die meisten aktiven Fälle befinden sich nach wie vor im Umkreis der großen Städte, insbesondere in den Regionen rund um die Hauptstadt Accra und um Kumasi. Im März begann das von den Vereinten Nationen unterstützte Impfprogramm Covax. Stand Mai sind bisher 852.047 Personen geimpft worden. Die Schulen in Ghana sind seit Januar 2021 wieder geöffnet. Größere Versammlungen sind zurzeit ausgesetzt. In anderen Bereichen des öffentlichen Lebens werden strenge Hygienevorschriften durchgesetzt. Mithilfe des Digitalisierungsangebots unseres Partners Sinapi können viele Klientinnen und Klienten Ersparnisse oder Gelder zu entfernt lebenden Verwandten per Telefon transferieren – ohne dass es eines Besuchs in einer Filiale bedarf. Die Auszubildenden im YAP Programm können wieder wie gewohnt zur Arbeit gehen und wurden zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen geschult. Sie haben Gesichtsmasken und Handdesinfektionsmittel erhalten und es wurden mobile Waschstationen installiert, um eine Ausbreitung in den Ausbildungsbetrieben zu vermeiden. Die ausbildungsbegleitenden Schulungen und Workshops können – mit vorliegendem Hygienekonzept und in kleineren Gruppen – wie geplant umgesetzt werden.

UGANDA

Uganda kämpft mit einem erneuten Anstieg der Corona-Virus Infektionen, der hauptsächlich durch die Delta-Variante verursacht wird. Die Regierung hat die Restriktionen verschärft und einen totalen Lockdown für das ganze Land ausgerufen. Lediglich Fahrzeuge, die wichtige Fracht oder kranke Menschen transportieren, sind auf der Straße zugelassen. Schulen wurden geschlossen, eine nächtliche Ausgangssperre verhängt und alle nicht notwendigen Reisen verboten. Die Gesundheitsinfrastruktur ist in Uganda mangelhaft und die Krankenhäuser kämpfen mit Sauerstoffmangel, Personalknappheit und zu wenig Krankenhausbetten. Viele Menschen werden von Krankenhäusern abgewiesen, weil zu wenig Plätze vorhanden sind. Im Land gibt es kaum Impfstoffe, sodass Zweitimpfungen nicht durchgeführt werden konnten. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen auf die ugandische Bevölkerung sind hoch.

Unsere Partnerorganisationen OBUL und TAMTF müssen ihre Projektaktivitäten, die Besuche, Meetings, Workshops etc. beinhalten, unter den jetzigen Bestimmungen für zwei Monate aussetzen. Projektaktivitäten, die telefonisch oder remote umgesetzt werden können, werden aber weiterhin durchgeführt. Die Jugendlichen im Projekt werden durch die Mitarbeitenden telefonisch begleitet und unterstützt.

Bitte helfen Sie uns dabei, die besonders betroffenen Familien zu unterstützen. SPENDEN SIE JETZT!

 


Aufzeichnungen: VIDEO-KONFERENZEN zur Covid-19 Hilfe

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Haiti
mit Andrea Zipprich, Projektkoordinatorin Haiti Opportunity Deutschland,
Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland,
Carine Roenen, Direktorin Fonkoze Haiti und
Hébert Artus, Programmleiter Fonkoze Haiti

Carine Roenen, Direktorin unseres haitianischen Partners Fonkoze sowie Hébert Artus, Programmleiter von Fonkoze, berichten darüber, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Menschen in Haiti hat, wie beispielsweise die Boutik Sante-Unternehmerinnen dabei helfen können, die Verbreitung des Virus zu vermeiden und wie auch wir von Deutschland aus den Menschen in Haiti zur Seite stehen können.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/hpN0CAhw0cY

 

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Indien
mit Mukti K. Bosco, Geschäftsführerin von Healing Fields Foundation aus Indien, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Jutta Wermelt, Leitung Internationale Projektkoordination

Seit 2014 fördert Opportunity gemeinsam mit Healing Fields die Ausbildung von Mikrofinanzklientinnen zu Gesundheitsberaterinnen. Während des Lockdowns für 1,3 Milliarden Menschen in Indien gilt es sorgfältig abzuwägen, wie und welche Aktivitäten ausgeführt werden können und müssen, um weiterhin die überlebenswichtige Hilfe zu geben, derer es jetzt bedarf.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/ki2_A9zdPbI

 

Opportunity und die Herausforderungen der Corona-Krise in Ghana
mit Nils Ritterhoff, Stiftungsratsvorsitzender Opportunity Deutschland, Anke Luckja, Vorstand Opportunity Deutschland und Tony Fosu, Geschäftsführer von Sinapi Aba aus Ghana

Seit dem 30. März gelten für vorerst zwei Wochen Ausgangssperren für die Großräume Accra und Kumasi. Welche Auswirkungen die Corona-Krise insgesamt auf unseren Partner in Ghana und unsere Klientinnen und Klienten hat, und wie wir den Menschen in Ghana in der Krise beistehen können, das berichtete uns Tony Fosu im Gespräch mit Nils Ritterhoff und Anke Luckja.

Die aufgezeichnete Konferenz finden Sie unter folgendem Link:  https://youtu.be/5XeHCa6SUSE

Über weitere Live-Video-Konferenzen informieren wir Sie an dieser Stelle und in unserem Email-Newsletter.