Ausbildung in der Landwirtschaft: Eine Chance für Ugandas Jugend

Das Projekt

Uganda ist ein Binnenland im östlichen Afrika, das reich ist an natürlichen Ressourcen. Dennoch zählt Uganda noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt: Fast 37 Prozent der Menschen leben unterhalb der internationalen Armutsgrenze, d.h. sie verdienen täglich weniger als 1,25 USD. Darüber hinaus gilt Uganda als eines der Länder mit der jüngsten Bevölkerung: 48 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahren. Das stellt das Land vor eine große Herausforderung – die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Allgemeine Armut, ein mangelndes Bildungs- und Ausbildungssystem, Korruption und die allgemeine Landflucht sind nur einige der Gründe, die zur Jugendarbeitslosigkeit in Uganda beitragen. Darüber hinaus fehlt es den Jugendlichen oft an Repräsentation, z.B. in lokalen und regionalen Behörden, was dazu führt, dass sie sich nicht ernst genommen fühlen. Zugang zu Land und harte körperliche Arbeit ohne entsprechendes Einkommen sind weitere Herausforderungen, die Jugendliche daran hindern in der Landwirtschaft aktiv zu werden.

Die Landwirtschaft ist das Rückgrat der ugandischen Wirtschaft. Sie gibt 80 Prozent der Bevölkerung Arbeit und trägt zu einem Viertel des Bruttoinlandsproduktes bei. Da die meisten Ugander in ländlichen Gebieten leben und Landwirtschaft betreiben, ist die Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge entscheidend für die Verringerung der Armut, die Erhöhung des Wohlstands und die Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere für Frauen und Jugendliche.

Ungeachtet der Herausforderungen hat die ugandische Landwirtschaft ein enormes Potenzial, die Wirtschaft zu transformieren und die Landwirtschaft für ugandische Kleinbauern produktiver und profitabler zu machen. Damit könnten besonders für Jugendliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Unser Projekt unterstützt Jugendliche gezielt dabei, ihre Beschäftigungsfähigkeit und unternehmerischen Potenziale zu stärken. Bis 2022 sollen 6.000 Jugendliche zum Landwirt ausgebildet werden sowie Schulungen zu Unternehmensgründung erhalten. Dadurch wird den Jugendlichen geholfen, sich einen Arbeitsplatz zu sichern und ein landwirtschaftliches Unternehmen zu gründen.

Projektziele

1. 6.000 Jugendliche (davon 36 Prozent Frauen) werden in 200 Feldschulen im Distrikt Mityana ausgebildet.

2. Die ausgebildeten Jugendlichen im Alter von 15-30 Jahren finden eine Beschäftigung oder starten ein eigenes Unternehmen.

3. Die Jugendlichen werden durch Trainings motiviert und in ihrer Entscheidungsfähigkeit gestärkt.

4. Finanztrainings fördern das Sparverhalten der Jugendlichen und helfen bei der Stärkung ihrer Resilienzen auf extreme Schocks, wie z.B. Dürreperioden oder Überschwemmungen. Gleichzeitig bekommen sie Zugang zu landwirtschaftlichen Krediten für den Ausbau ihrer Aktivitäten.

Aktivitäten

1. Ausbildung und Mentoring von 6.000 Jugendlichen in 200 Feldschulen
Je nach landwirtschaftlichen Vorkenntnissen werden die Jugendlichen in Gruppen aufgeteilt. Jeweils 30 Jugendliche werden in insgesamt 200 Feldschulen durch Trainings zu landwirtschaftlichen Methoden, wie verbesserte Anbaumethoden für verschiedene pflanzliche Erzeugnisse, guten landwirtschaftlichen Praktiken und Bewertung und Nutzung von verschiedenen Bewässerungssystemen geschult.

2. Schulungen im Bereich Unternehmensführung
Um die nötigen Schulungen im Bereich Entrepreneurship und Business Management durchführen zu können, erhalten 16 etablierte und ausgewählte Landwirte zu Beginn des Projektes einen viertägigen Workshop zum Thema. Die erlernten Fähigkeiten geben sie wiederum an die Jugendlichen weiter. Die Jugendlichen bekommen Schulungen im Bereich Unternehmertum und Finanzkompetenzen. Für den praktischen Unterricht gründen sie in ihren Feldschulen Spar- und Kreditgruppen. In diesen Gruppen entscheiden sie gemeinsam, wie die Ersparnisse für Einkommen schaffende Maßnahmen eingesetzt werden. In diesen Gruppendiskussionen erlernen die Jugendlichen gemeinsam Verantwortung zu tragen und Entscheidungskompetenzen zu entwickeln.

250 Jugendliche, die sich durch ihre Leistungen besonders hervorheben, haben die Möglichkeit, ihre Pläne und Ideen für ein eigenes Unternehmen in einem Businessplan vorzulegen. Bei der Erstellung der Businesspläne werden sie von ihren Mentoren unterstützt. Nach Fertigstellung und Prüfung der Businesspläne erhalten die 250 Jugendlichen Zugang zu Startkapital, um ihr eigenes Unternehmen aufzubauen.

3. Jugendliche erhalten Zugang zu Finanzdienstleistungen
Jugendliche, vor allem in ländlichen Gebieten, sind oft vom Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen ausgeschlossen. Dies kann an der räumlichen Distanz liegen, an ungeeigneten Finanzprodukten, rechtlichen Regularien aber ganz besonders am mangelnden Interesse von Finanzdienstleistern an der – ihrer Meinung nach – risikobehafteten Gruppe der Jugendlichen. Den Jugendlichen wird in diesem Projekt geholfen, eine Verbindung zu Finanzinstitutionen aufzubauen. Dazu gehören ganz besonders die Gründung von Spar- und Kreditgruppen in den Feldschulen. Finanzinstitutionen werden dabei unterstützt, geeignete Finanzprodukte für Jugendliche zu entwickeln. Hier spielen die Mentoren eine wichtige Rolle. Sie helfen den Spar- und Kreditgruppen dabei, gemeinsam Kredite bei den Finanzinstitutionen zu beantragen. So haben die Jugendlichen die Möglichkeit, Einkommen schaffende Ideen gemeinsam als Gruppe auszuarbeiten.

Ein weiterer Schritt ist der Austausch mit den Distriktverantwortlichen, wie z.B. den Gemeindevorstehern. Mentoren und Vertreter der Jugendlichen erörtern und tauschen sich über Initiativen zur Sicherung des Lebensunterhalts jüngerer Menschen aus. Dies ist ein wichtiger Schritt, um für die Anliegen der Jugendlichen zu plädieren und ihnen gegenüber Entscheidungsträgern eine Stimme zu geben.

4. Förderung des Austausches der Jugendlichen mit Kommunalverwaltungen und Bauernorganisationen
Um den Jugendlichen den Zugang zu Land und Märkten zu vereinfachen, ist ein Austausch mit der Kommunalverwaltung und bestehenden Bauorganisationen wichtig. Gewählte Jugendvertreter sind das Bindeglied zwischen den Jugendlichen und ermöglichen den Aufbau von Netzwerken. Somit wird den Jugendlichen auf politischer Ebene die Möglichkeit gegeben, ihre Ideen, Meinungen und Erfahrungen einzubringen. Ein Netzwerk mit bestehenden Bauernorganisationen hilft den Jugendlichen, Zugang zu Marktinformationen und zu qualitativ hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten sowie Technologien zu bekommen.

Die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und Zugang zu Finanzangeboten sind die Kernaktivität des Projektes. Zusätzliche Schulungen zum Umgang mit schwankenden Marktpreisen, zur Weiterverarbeitung von Produkten, der richtigen Lagerung und dem Transport der Produkte sollen die landwirtschaftlichen Erträge erhöhen.

5. Regelmäßige Betreuung und Begleitung der Jugendlichen
Mentoren kümmern sich während der gesamten Projektlaufzeit um die Jugendlichen. Bei regelmäßigen Besuchen evaluieren sie gemeinsam mit den Jugendlichen die erreichten Schritte. Während der Besuche unterstützen sie die Jugendlichen bei eventuell auftretenden Problemen und motivieren sie.