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Was ist Soziale Mikrofinanz?

Der Begriff "Soziale Mikrofinanz" wurde von Opportunity geprägt und beinhaltet die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen (wie bei- spielsweise Krediten, Sparkonten und Versicherungen) und Schulungen für in Armut lebende Menschen. Unsere Mikrofinanz- programme sind so gestaltet, dass die angebotenen Dienstleistungen allein der Armutsreduktion dienen und nicht dem Ziel, Renditen für Anleger zu erwirtschaften. Die Mikrofinanz ist weithin anerkannt als ein angemessenes und nachhaltiges Mittel zur globalen Armuts- bekämpfung und gehört zu den großen Erfolgsgeschichten der letzten Jahrzehnte.

Von den Anfängen bis heute

Die Anfänge der Mikrofinanz-Industrie liegen in der Vergabe von Krediten an engagierte Kleinstunternehmer, um ihnen den Auf- oder Ausbau ihres eigenen Unternehmens zu ermöglichen. Opportunity International war Anfang der 70-er Jahre eine der ersten gemeinnützigen Organisationen, die die Vorteile erkannte, welche mit der Bereitstellung von Kapital für arme, aber wirtschaftlich aktive Menschen verbunden sind.

Im Laufe der Jahre hat sich das Dienstleistungsangebot im Mikrofinanzsektor deutlich verbreitert, um den Bedürfnissen der Klienten besser gerecht zu werden. Hierbei hat Opportunity International eine wichtige Vorreiterrolle übernommen. Neben flexibleren Kreditprodukten und Schulungen zu Unternehmensthemen sowie zur persönlichen Entwicklung bietet Opportunity seinen Klienten Sparkonten und Versicherungen an, um sie effektiv bei der Bewältigung ihres Lebens zu unterstützen. Ohne diese Dienstleistungen würden die Klienten ständig Gefahr laufen, aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen erneut in die Armutsfalle zu geraten.

Beim Stricken

Frauen im Fokus

Mikrofinanz-Organisationen fokussieren sich insbesondere auf die Versorgung von Frauen, da 70 Prozent aller Menschen, die in extremer Armut leben, Frauen sind. Bildung, ein Arbeitsplatz, eigener Besitz und die gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben werden ihnen oft verwehrt. Obwohl sie die Hälfte des weltweiten Nahrungsmittelaufkommens produzieren, gehört ihnen gerade einmal ein Prozent des Ackerbodens.

Fast 90 Prozent von Opportunitys Kreditnehmern sind Frauen. Obwohl Opportunity natürlich auch Kredite an Männer vergibt, sind wir davon überzeugt, dass die größte Chance auf eine Unterbrechung des Kreislaufs extremer Armut in der gezielten Förderung von weiblichen Unternehmerinnen liegt. Wenn Frauen ihre Lebensverhältnisse verbessern, verbessern sie auch das Leben ihrer Kinder. Durch Investitionen in Nahrung und Bildung ermöglichen sie sowohl ihren Kindern als auch ihren Gemeinden eine bessere Zukunft.

Noch ein langer Weg steht bevor

Trotz des großen Erfolgs von Mikrofinanz- dienstleistungen ist der Mikrofinanzsektor laut der Weltbank noch weit davon entfernt, die Nachfrage zu befriedigen. Fünfhundert Millionen Menschen, die momentan in Armut leben, könnten von einem Kleinkredit zum Aus- oder Aufbau eines Unternehmens profitieren; insgesamt hat derzeit nur ein Drittel der Weltbevölkerung überhaupt Zugang zu einem Bankkonto.

Besonders ausgeprägt ist diese Situation in Subsahara-Afrika. Die Weltbank schätzt, dass das Mikrofinanzwesen hier nur einen kleinen Anteil der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung erreicht. In den ärmsten Ländern dieser Region haben weniger als 10 Prozent der Bevölkerung ein Konto bei einem Finanzinstitut. Zur Behebung dieser Situation hat Opportunity sich verpflichtet skalierbare, nachhaltige und erreichbare Banken in Entwicklungsländern aufzubauen, um so den Menschen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Kredite, Schulungen, Sparkonten und Versicherungsprodukte anbieten zu können.