
Der
Vielvölkerstaat Indien ist das Land der Gegensätze: Schönheit und
Farbenpracht steht neben Armut und Elend.
Die vielfältige und auf teils
Jahrtausende alte Traditionen zurückblickende Kultur Indiens besteht
aus einer beispiellosen Mischung aus Kulturen, Ethnien, Sprachen,
Alphabeten und Religionen.
Indien
ist mit über 1,1 Milliarden Einwohnern nach China das am dichtesten
besiedelte Land der Welt. 44 Prozent der Menschen leben unter der
Armutsgrenze, die Wachstumsrate der Bevölkerung ist hoch.
Das
komplizierte Kastensystem und die soziale Benachteiligung der Frau
wirken sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes
aus.
Inzwischen ist Indien vor Südafrika das Land mit den meisten
HIV-Infizierten. Über 5 Millionen Menschen sind bereits infiziert, 60 Prozent
Frauen und 120.000 Kinder.
Laut UNAIDS, dem Aidsbekämpfungsprogramm der
Vereinten Nationen, gibt es die höchsten
Zuwachsraten unter jungen
verheirateten Frauen, deren Männer zu Prostituierten gehen. In Indien
entscheidet immer noch überwiegend die Familie, mit wem die Tochter
verheiratet wird.
Bedingt
durch allgemeine Landflucht und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen
und Erdbeben erlebte Indien in den letzten Jahrzehnten eine zunehmende
Verstädterung.
In den riesigen Metropolen leben Tausende von Menschen in heruntergekommenen Slumgebieten, die gekennzeichnet sind von Prostitution, Drogenmissbrauch und einer hohen Kriminalitätsrate.