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Klientengeschichten aus Sambia

Ronica Zikkabwele: Von der Müllsammlerin zur Näherin 

SteineklopferinRonica Zikkabwele arbeitet hart! Sie klopft Steine. Jeden Tag macht sich die 35-jährige Mutter mit den zwei kleinsten ihrer sechs Kinder auf den Weg zur Arbeit in ein Baugebiet am Stadtrand von Lusaka in Sambia.
Die Steine werden direkt vor den Baustellen abgeladen und die Steineklopfer können an die Arbeit gehen. Für eine Schubkarrenladung braucht Ronica vier Tage. Sie hat ein monatliches Einkommen von etwa 100 Euro.
Währenddessen sitzen die beiden jüngsten Kinder zwischen den arbeitenden Menschen und den Steinen. Ronicas vier schulpflichtige Kinder sind tagsüber in der Schule einer Hilfsorganisation untergebracht.

Und Ronica ist zufrieden! Denn früher war sie Müllsammlerin. Sie ist durch die Straßen gezogen, hat Plastikflaschen gesammelt und diese dann gereinigt dem Händler zurückgebracht. Sie musste in den Abfällen wühlen, die Gefahr der Infektion mit Krankheiten war hoch.

Ronica FingerHeute ist Ronica selbstständig! Ein Kleinkredit von Opportunity International hat ihr letztes Jahr diesen Schritt aus der Abhängigkeit möglich gemacht. Nun muss Ronica wenigstens nicht mehr ständig unterwegs sein und hat ihre Jüngsten bei sich. Doch bei dieser Art von Arbeit gibt es häufig kleine Unfälle, wenn sie sich mit dem schweren Eisenhammer verletzt.

Ronica hat noch einen Traum: Wenn sie genug Geld erwirtschaftet hat, will sie eine Schneiderei aufmachen – möglichst zu Hause, um besser für ihre Kinder sorgen zu können.

Evarina: Eine Großmutter schafft eine Perspektive für ihre Familie

EvarinaDie Menschen haben Kalingalinga zu einem öffentlichen Markt gemacht. Auf den Straßen vor ihren Häusern, in kleinen, brüchigen, windschiefen Ständen aus Holz, Draht und Plastikfolie verkaufen sie alle möglichen Waren.
In den Höfen flattert bunte Kleidung an den Wäscheleinen, Kinder spielen auf den unbefestigten Straßen. Kalingalinga ist ein Ortsteil von Lusaka, der Hauptstadt von Sambia im südlichen Afrika.
Auf den ersten Blick erscheint hier alles freundlich, doch hinter der Fassade wird die Armut und Mutlosigkeit der Menschen deutlich: viele ältere Frauen sind verwitwet, die Jugendlichen arbeitslos, die Kinder verwahrlost.

In Kalingalinga lebt auch Evarina Namulunga. Sie ist 64 Jahre alt und allein erziehend. Evarina hat sechs Söhne und zwei Enkelkinder, drei ihrer Kinder leben noch bei ihr in einer kleinen Wohnung ohne Fenster. Die für sambische Verhältnisse schon sehr alte Frau muss für die gesamte Familie aufkommen.  Durch ein Darlehen von Opportunity International in Höhe von umgerechnet knapp 75 Euro ist ihr das möglich geworden.

Evarinas kleiner StandMit diesem Geld kann sie sämtliche Zutaten für Chikanda einkaufen, ein brotähnliches Gebäck aus gemahlenen Nüssen und Soda. Gebacken wird in ihrer engen, dunklen Wohnung zwischen Plastikeimern, Blechgeschirr und dem alten Sofa.

Je nach Größe wird Chikanda für 500 oder 1000 Kwacha, also für 12 oder 24 Euro-Cent, auf dem Markt verkauft. Reich wird Evarina dadurch sicher nicht, aber das Überleben ihrer Familie ist gesichert.
Doch Evarina hat eine große Hoffnung. Momentan verkauft sie ihr Chikanda auf einem alten Eimer. Eines Tages möchte sie in einem eigenen, kleinen Marktstand einen Imbiss eröffnen.

Justina Lunda: Eine Witwe plant für die Zukunft

Justina Lundas VerkaufsstandJustina Lunda ist eine Kreditnehmerin aus der Ukutemwana Trustbank Gruppe aus Lusaka in Sambia. Sie ist 38 Jahre alt und Witwe. Ihr Mann starb vor sechs Jahren und hinterließ fünf Kinder und einen Enkel. Die Kinder heißen Harriet (20), Joseph (18), Memory (12), Justin (9) und Christina (7).

Damals gründete sie ihr erstes kleines Unternehmen - einen Holzkohle-Handel, mit einem Startkapital von umgerechnet etwas über 6 Euro, das ihr ihr Mann hinterlassen hatte.

Justina verkauft heute Lebensmittel wie getrockneten Fisch, Reis, usw. 2001 bekam sie ihr erstes Darlehen von Opportunity International von rund 31 Euro. Mit dieser geringen Summe konnte sie nun auf den Verkauf von Lebensmitteln umsteigen.

Seit dieser Zeit konnte sich Justina immer wieder für weitere Kleinkredite qualifizieren; sie bekam insgesamt 13 Kleinkredite. Ihr letztes Darlehen war über 167 Euro, zurzeit beträgt ihr Arbeitskapital rund 330 Euro.

Justina und ihre Kinder
Justina und ihre Kinder

Justina Lunda erzählte uns, dass es ohne Opportunity International sehr schwer für sie gewesen wäre, sich und ihre Familie zu ernähren, ganz besonders nach dem Tod ihres Mannes. Mit unserer Hilfe konnte sie sich ein festes Dach über den Kopf bauen, ihre Kinder in die Schule schicken und ihr Geschäft vergrößern.

Justinas Plan für die Zukunft ist, in eine Trustbank zu wechseln, in der höhere Kredite, zwischen 200 und 500 Euro, vergeben werden. Eine Vergrößerung ihres Geschäftes wäre gut möglich, da sie an einem Ort ansässig ist, wo sie nicht viel Konkurrenz hat.
Sie fühlt sich mit ihrem Einkommen nun sicherer und muss sich nicht mehr so sehr um die Zukunft ihrer Kinder sorgen.

 Tabeta Phibinda: Ein Kleinkredit ernährt zwei Familien

Tabeta in ihrem Shop
Tabeta in ihrem kleinen Geschäft

Tabeta Phibinda ist eine unserer Klientinnen, die schon auf einem höheren Level ist, d. h. sie hat selber schon eine eigene Angestellte. Tabeta lebt im Großraum Lusaka und ist 50 Jahre alt.

Sie betreibt mit ihrem Mann zusammen ein sehr kreatives Geschäftsmodell, da sie eine Lücke in den Angeboten ihrer Konkurrenten entdeckt hat. Sie führt ein Gemüsegeschäft, einen sogenannten Veg-Shop.

Die Gemüsesorten und andere Produkte sind speziell auf die in der Nähe lebenden Ex-Pats (das sind meist reiche Ausländer, die aufgrund ihres Berufes in diesem Land wohnen) ausgerichtet. Somit hat sich Tabeta eine eigene Zielgruppe ausgesucht und ihr Sortiment speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet.  

Ihr  Geschäft ist so erfolgreich, dass sie sogar noch eine Mitarbeiterin einstellen konnte. Dorothee Kaptula ist 26 Jahre alt und hat eine eigene Familie.
Somit trägt ein von Opportunity International vergebener Kleinkredit dazu bei, zwei ganze Familien zu ernähren.

 

 

 
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