
Rund ein Viertel der kenianischen Bevölkerung (36,9 Millionen) lebt in extremer Armut, die meisten davon sind Analphabeten. Obwohl ein Großteil der Einwohner in der Landwirtschaft tätig ist, sind lediglich 20 Prozent der Fläche Kenias für Agrarzwecke nutzbar.
Der Rest ist wegen zu karger Böden und zu geringer Niederschläge nicht für die Landwirtschaft geeignet. Neben Kaffee und Tee für den Export werden vor allem diverse Getreide- und Obstsorten für den Eigenbedarf angebaut.
Neben der Knappheit der nutzbaren Anbaufläche leiden die Menschen immer wieder an den Folgen von Dürren und Überflutungen.
Allein im Jahr 2006 sorgte zunächst eine Dürre für Nahrungsmittelknappheit und Hungersnot und nur kurze Zeit später kosteten Überflutungen als Folge rekordartiger Niederschläge einigen Menschen das Leben.
Derzeit kommt es in Kenia immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die bereits zahlreiche Todesopfer forderten. Hintergrund sind die Präsidentschaftswahlen vom 27.12.2007, aus denen der amtierende Präsident Mwai Kibaki drei Tage später als Sieger hervorging. Die Opposition um Raila Odinga zweifelte jedoch das Ergebnis an, woraufhin es zu gewaltätigen Ausschreitungen, gekommen ist. Die Lage ist durch Flüchtlingswellen und die damit verbundene Knappheit an Wasser und Lebensmitteln weiterhin angespannt.
Opportunity International arbeitet in Kenia bereits mit über 7.000 Klienten zusammen. Für viele unter Armut leidenden Menschen in den ländlichen Regionen Kenias ist es allerdings sehr mühsam, überhaupt zu einer weit entfernt liegenden Bank zu gelangen. Außerdem ist es teuer, denn die Kreditnehmer müssen dafür auch noch ihren Arbeitsplatz verlassen.
Aus diesem Grund ist es das Ziel von Opportunity International Kenia, eine Bank zu errichten, die sich primär um die Belange der Armen kümmert. Es kommen Techniken zum Einsatz, welche es erlauben, auch die Klienten in den entlegenen Teilen des Landes zu erreichen.
Dazu gehören beispielsweise die elektronische Abwicklung von Bankgeschäften oder mobile Bankensysteme. Die schon vorhandenen fünf Standorte in Kenia wurden noch durch eine Zentrale in Nairobi ergänzt.