John Gasangwa: Die selbst erfahrene Unterstützung zurückgeben
Mein Name ist John Gasangwa. Ich bin 28 Jahre alt und seit einigen Monaten bei Opportunity International in Ruanda. Hier ist meine Geschichte:
Meine Familie musste aus Ruanda nach Uganda flüchten, wo ich geboren wurde. Ende 1994 nach dem Genozid, damals war ich 13, kehrten wir in unser Heimatland zurück, zusammen mit vielen anderen Flüchtlingen. Mein Vater war im Bürgerkrieg in Uganda gefallen.
Ich habe ein Bachelorstudium in Ökonomie abgeschlossen. Meine Mutter war sehr arm, es war sehr schwierig für sie, mir überhaupt eine Schulbildung zu ermöglichen. Deswegen habe ich immer gearbeitet, schon seit ich zehn Jahre alt bin. Eine gemeinnützige Organisation zahlte außerdem einen Teil meiner Schulgebühren, während meine Mutter mich in jeder Hinsicht unterstützte.
Nach dem College habe ich zwei Jahre für jene Organisation gearbeitet. Ich wollte mich genauer mit Mikrofinanzierung beschäftigen, denn dies war eine neue Sache in Ruanda. Außerdem wollte ich die Unterstützung, die ich selbst erfahren hatte, zurückgeben an andere arme Menschen. Nun arbeite ich für die Opportunity-Bank (UOB), weil ich noch mehr Erfahrung in diesem Bereich brauche.
Als ich drei Jahre alt war, attackierten Soldaten unser Dorf in Uganda. Ich und Hunderte andere Menschen flüchteten sich für drei Tage in das Krankenhaus. Doch auch dieses wurde angegriffen. Eine deutsche Frau, Bärbel Krumme, wie ich später erfuhr, stellte sich in den Eingang und rief: „Wenn ihr diese Menschen töten wollt, müsst ihr erst mich töten!" Die Soldaten zogen sich zurück, Frau Krumme hatte unser aller Leben gerettet! 25 Jahre später erfuhr ich, dass sie eine Bekannte von Rupert Neudeck (Gründer von Cap Anamur und Schirmherr von Opportunity International) war, der UOB zusammen mit Opportunity Deutschland-Vorstand Stefan Knüppel besuchte.
Meine Motivation, mich für die Mikrofinanzierung einzusetzen, war und ist, dass 60 Prozent der Bevölkerung in Ruanda immer noch arm sind, und ich glaube, dass Mikrofinanzierung das Instrument ist, um sie aus der Armut zu befreien. Zu sehen, wie diese Menschen mit Hilfe eines Kleinkredits aus dem Nichts ein kleines Unternehmen aufbauen, berührt mich sehr.
UOB als Mikrofinanz-Bank arbeitet tatsächlich anders als eine NGO. Das Management ist sehr professionell mit einer starken Führung. Es ist sehr gut, dass wir viele Klienten auch auf dem Land erreichen können. Wir bemühen uns, die Arbeit noch weiter auszuweiten. Mikrofinanzierung hilft den Menschen wirklich und hält sie nicht in Abhängigkeit von Almosen.








