Die Fee mit dem Zauberstab
![]() Jan von Bibra-Achenbach, Tony Fosu und SteffenWeitzdörfer (von links) |
Opportunity-Unterstützer Jan von Bibra-Achenbach wollte nicht nur mit Geld helfen. Im Rahmen des „Berater ohne Grenzen"-Programms kümmert sich der Unternehmensberater um die Beratung internationaler Hilfsorganisationen.
Vor einigen Monaten hat er auch mit der Opportunity-Partnerorganisation Sinapi Trust (SAT) in Ghana zusammengearbeitet. Beide Seiten erlebten dies als sehr fruchtbare Erfahrung.
Bitte beschreiben Sie die das Programm „Berater-ohne-Grenzen".
„Berater ohne Grenzen" sind Menschen, die ihre Fähigkeiten für soziale Zwecke einsetzen. Wir verstehen uns als privilegierte Berufsgruppe in einer privilegierten Generation. Deshalb möchten wir durch gesellschaftliches Engagement etwas von dem zurück geben, was uns gegeben wurde. Aus dieser Idee wurde 2010 von mir „Berater ohne Grenzen" geboren. Wir unterstützen Hilfsprojekte, Hilfsorganisationen und gemeinnützige Vereine, damit Hilfe effizient dort ankommt, wo sie benötigt wird.
Sie haben auch Opportunitys Partnerorganisation in Ghana beraten. Wie ist der Kontakt entstanden?
Ende letzten Jahres wurden wir zu einer Opportunity Veranstaltung von einem unserer Kunden im Automobilbereich eingeladen. Er hatte von „Berater ohne Grenzen" gehört und war sofort von unserer Idee begeistert. Bei der Veranstaltung war neben Stefan Knüppel auch Tony Fosu, der Geschäftsführer von SAT, anwesend. Da Opportunity Ghana gerade im Begriff war, einen neuen strategischen Plan aufzusetzen, bot sich für uns die Gelegenheit, sie dabei zu unterstützen.
Wie lief die Beratung ab?
Steffen Weitzdörfer als Führungsexperte und ich als klassischer Strategieberater haben zunächst gemeinsam mit Stefan Knüppel den Auftrag und organisatorische Fragen geklärt. In unserer weiteren Vorbereitung haben wir den bisherigen strategischen Plan analysiert und waren sehr beeindruckt von der Qualität dieses Dokuments. Vor Ort ging es dann am ersten Tag darum, ein Gefühl für die Situation und die Organisation zu bekommen. Wir konnten einige Zeit mit Tony (CEO) und David (Chief of Transformation) verbringen sowie die Arbeit im Headquarter kennenlernen. Zudem hatten wir die Gelegenheit, einen Ausflug aufs Land zu machen und einen typischen Gottesdienst zu besuchen, sodass wir auch einen Eindruck vom Land gewinnen konnten. In zwei weiteren, intensiven Arbeitstagen haben wir gemeinsam mit Tony und David ein strategisches Modell und verschiedene Szenarien sowie deren Vor- und Nachteile diskutiert. Nach der Entscheidung für ein bestimmtes Szenario haben wir gemeinsam die Arbeitspakete für die Arbeitsgruppen definiert sowie einen Zeitplan für die Erstellung des Umsetzungsplanes aufgesetzt. Am nächsten Tag stellte Tony diese Ergebnisse dem Management-Team vor. Es war an dieser Stelle besonders beeindruckend zu sehen, wie Tony seine Mitarbeiter führt. Den letzten Tag haben wir genutzt, uns gegenseitig Feedback zu geben und mögliche nächste Schritte zu besprechen.
![]() Die "Victory"-Trustbank aus Ghana |
Die Ergebnisse auf der inhaltlichen Ebene, die ich eben beschrieben habe, waren die eine Sache. Auf der menschlichen Ebene bekamen wir das sehr schöne Feedback von Opportunity Ghana, dass wir ihnen in der Herangehensweise an strategische Fragestellungen wesentlich weiterhelfen konnten. Wortwörtlich meinte Tony, es sei so gewesen, als habe „eine Fee die Organisation mit ihrem Zauberstab berührt". So kamen wir mit einem sehr guten Gefühl nach Hause: sehr effizient an der richtigen Stelle mit unseren Kompetenzen herausgefordert zu werden und gleichzeitig helfen zu können.
Was für einen Eindruck hatten Sie von der Arbeit von Opportunity Ghana, SAT?
Opportunitys Partnerorganisation in Ghana ist beeindruckend professionell organisiert, hat mit Tony Fosu eine herausragende Führungsperson sowie ein hoch motiviertes Team. Dies wird ergänzt durch eine wahrhaft soziale Ausrichtung und ein ausgeprägtes christliches Wertemodell als Basis. Die Unterstützung von Opportunity International Deutschland erscheint uns als wichtige Stütze für die Arbeit in Ghana.
Wie werden Sie Opportunity weiter begleiten?
Mit Opportunity Ghana haben wir einen zweiten Check des Arbeitsfortschritts vereinbart. Auch mit Opportunity Deutschland planen wir weitere Aktionen: Wir werden an Unterstützer-Treffen teilnehmen und haben unsere Unterstützung bei der Organisation einer Fundraising-Rallye angeboten. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!
Sie unterstützen auch privat Opportunitys Arbeit. Warum?
Opportunity unterstütze ich gerne, da Mikrofinanz meiner Meinung nach die sinnvollste Form der Entwicklungshilfe ist und Opportunity über sein Netzwerk und das solide Wertemodell einen einzigartigen Zugang zu diesem Gebiet hat. Meine Erfahrung als Berater passt zudem sehr gut zu dem Bedarf an Unterstützung in der Entwicklungszusammenarbeit. So macht das Einbringen natürlich besonders viel Freude! Eine Geschichte am Rande: Mein Vater war bereits in den 70er Jahren in Ghana als Forscher unterwegs, was mich als Kind immer sehr beeindruckt hat. Da bin ich automatisch hellhörig geworden, als es um Ghana ging.










