Mikrofinanz in Indien ist mehr als bloße Kreditvergabe
Jitin Mitra, Wirtschaftsabsolvent der Warwick University und ehemaliger Finanz-Analyst der Deutschen Bank, beleuchtete das Mikrofinanzsystem in Indien. Laut Mitra sorgt die Mikrokreditvergabe nicht nur für Armutsreduktion, sondern stärkt auch das Selbstvertrauen der Menschen.
Als Folge der Mikrofinanz-Krise in Indien sind die Möglichkeiten für die arme Arbeiterklasse an einen Mikrokredit zu gelangen, erheblich gesunken. Während einige Politiker sich damit brüsten, die arme Bevölkerung Indiens schützen zu wollen, kritisiert Jitin Mitra die indische Entwicklungspolitik scharf, welche seines Erachtens eher negative Auswirkungen auf die Bevölkerung hat: Er betont, dass Millionen von armen Familien durch die Maßnahmen dieser Politiker dazu gezwungen würden traditionelle Geldverleiher aufzusuchen, deren Fokus auf eigener Gewinnmaximierung liegt. Dies äußerte sich in horrenden Zinssätzen, wodurch die Familien noch tiefer in die Armut getrieben würden. Während viele Mütter versuchten dies auszugleichen, indem sie ihren eigenen Konsum, etwa durch kleinere Mahlzeiten, einschränken, hat dies unvermeidlich auch einen Einfluss auf die Kinder der Familien.
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Ein Aspekt, der bei dem Thema Mikrofinanz oft übersehen wird, ist die Übertragung von Verantwortung auf die zum größten Teil weiblichen Kreditnehmer. Laut Jitin Mitra wachse das Selbstvertrauen der Kreditnehmer, da sie imstande wären ihre Familien selbst zu versorgen. Diese Tatsache würde sich ebenso auf ihren Status innerhalb ihrer Gemeinschaft auswirken.
Mitra schließt daraus, dass ein gut organisiertes Mikrofinanzsystem eines der leistungsfähigsten Werkzeuge seie, um soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu erreichen.
Des Weiteren erinnert der Verfasser an eine kürzlich veröffentlichte Studie bei der „Small Industries Development Bank of India" (SIDBI), eine unabhängige finanzielle Institution mit dem Ziel, Wachstum und Entwicklung von kleinen und mittelständigen Firmen in Indien zu unterstützen. Diese Studie zeigt auf, dass Mikrokreditnehmer bedeutend von ihren Krediten profitieren können.
Einige Ergebnisse der Studie lauten:
- 76% der Kreditnehmer konnten ihr Einkommen nach dem Erhalt eines Mikrokredits steigern
- 66% der Kreditnehmer konnten ihre Ernährungssituation verbessern
- 56% der Kreditnehmer konnten die Qualität ihrer Unterkünfte steigern
- 77% der Kreditnehmer konnten ihren Kindern bessere Bildung ermöglichen
Klar ist, dass bei einer schnell wachsenden Idee, wie der der Mikrofinanzierung, laufend notwendige Verbesserungen vorgenommen werden müssen. Während dieses Prozesses sollte aber nicht vergessen werden, dass man im Auftrag der armen Bevölkerung steht. Skrupellose Politiker müssen daran gehindert werden, Programme und Organisationen, welche danach streben, den Menschen eine Zukunft ohne Armut zu ermöglichen, bei ihrer Arbeit zu behindern.









