Wissenschaftler sprechen sich für Mikrofinanzierung aus
In dieser Woche erschien in der Financial Times ein Artikel von neun führenden Wirtschaftswissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der University of California in Berkley, der Universitäten Harvard, Yale und Boston sowie der Chicago Booth School of Business.
![]() Wissenschaftler bestätigen die positiven Aus- wirkungen der Mikrofinanzierung auf das Leben armer Menschen
|
In dem Artikel mit dem Titel „Microcredit is Not the Enemy" („Mikrokredite sind nicht der Feind") sprechen sich die Forscher für die Prinzipien der Mikrofinanzierung aus, verteidigen sie gegen die zum Teil harsche Kritik und warnen davor, dass die Idee, armen Menschen einen Zugang zu Finanz-dienstleistungen zu bieten, Schaden nehmen könnte. Nach Meinung der Wissenschaftler haben Finanzdienstleistungen für Arme in Entwicklungsländern gezeigt, dass mit ihnen „einem grundlegenden Bedarf nachgekommen wird."
Weiter schreiben die Wissenschaftler, dass „Mikrofinanzierung keine Wunderwaffe im Kampf gegen Armut darstellt, wie manche behaupten. Dennoch haben Studien eindeutig belegen können, dass durch Mikrofinanzierung viele der ärmsten Menschen der Welt in die Lage versetzt werden, ein eigenes kleines Unternehmen aufzubauen, sich gegen Unwetter und Krankheiten zu versichern, einer festen Arbeitstätigkeit nachzugehen und genug Geld zu erwirtschaften, um die alltäglichen Grundbedürfnisse zu stillen."
Die Forscher führen in ihrem Artikel berechtigterweise Kritik gegen Überschuldung an. Zugleich machen sie jedoch deutlich, dass „Verschuldung in ländlichen Gegenden vor allem durch Kredite ausgelöst wird, die von traditionellen Kreditverleihern zu sehr hohen Zinssätzen angeboten werden und die nicht im Mikrofinanzsektor tätig sind."
Zuletzt warnen die Wissenschaftler davor, dass „Politiker, die sich gegen traditionelle Kreditverleiher aussprechen, zugleich auch Mikrofinanzierungsorganisationen, die angemessene Zinssätze verlangen, einen Schaden zufügen. Letztendlich entsteht den Ärmsten der Welt hierdurch ein Nachteil, da ihre Hoffnung, der Armut zu entkommen, zerstört wird."
Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Financial Times.









