Sächsische Gemeinde sammelt 7. 500 Euro für eigene Trustbank
„Nsiananmu" heißt in einer der sechs ghanaischen Sprachen „Versöhnung". „Nsiananmu" heißt seit Sonntag auch die Trustbank der Plauener Michaelisgemeinde vom Chrieschwitzer Hang. Sie wurde benannt nach der Versöhnungskirche, in der die Gemeinde zuhause ist. Doch im Namen schwingt auch die Absicht mit, bei der Überwindung des Leids zu helfen, das die europäischen Eroberungen für Afrika mit sich brachten. Raubbau an der Natur und Menschenhandel haben Teile Afrikas in der wirtschaftlichen Entwicklung um Jahrhunderte zurück geworfen.
![]() Glücklich über das tolle Spendenergebnis nehmen
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Mit Hilfe der Trustbank, der Bank des Vertrauens, soll den Menschen in Ghana ermöglicht werden, mittels Mikrokrediten ein eigenes Gewerbe aufzubauen. Die Kreditvergabe erfolgt in einem regional begrenzten Raum. Die Nsiananmu-Trustbank wird, wie die anderen auch, aus 15 bis 25 Menschen bestehen, die füreinander bürgen und sich gegenseitig unterstützen, auch im Gebet. Die Konzepte der Kreditnehmer werden vor der Bewilligung auf ihre Erfolgschancen geprüft, was dazu führt, dass die meisten der Kredite voll zurückgezahlt werden können. Die Rückzahlungsquote liegt bei 97 Prozent. Das zurückfließende Geld wird dann erneut zur Vergabe von Krediten verwendet.
Knapp ein Jahr ist vergangen, seit der zur Versöhnungsgemeinde gehörende Hartmut Kreisig die Idee entwickelte und sie dem Kirchvorstand und Pfarrer Hartmut Stief vorstellte. Ein halbes Jahr lang sammelten die Gemeindeglieder in unterschiedlichsten Projekten Geld für diesen guten Zweck. Zum Michaelisfest am 25. September 2011 flossen alle Geldströme in einen Topf. Die Mindestsumme von 5000 Euro war zur Gründung der Trustbank notwendig. Erreicht wurden 7500 Euro!
Am vergangenen Sonntag vollzog Wolfgang Bönsch von der Stiftung Opportunity International Deutschland (OID) den Gründungsakt, indem er Pfarrer Hartmut Stief und dem ebenfalls anwesenden Initiator Hartmut Kreisig die Urkunde über die Gründung der Trustbank überreichte. Erklärend fügte er hinzu, dass, bedingt durch die großen Familien in Ghana, mit der aufgebrachten Spendensumme nicht weniger als 300 Menschen unmittelbar geholfen werden kann. Neben der Tatsache, dass das Geld im Kreditzyklus bleibt, wird Nachhaltigkeit dadurch erreicht, dass die allmählich ansteigenden Einkommen der Unternehmer die Wirtschaft des Landes auch auf längere Sicht ankurbeln helfen.
Ein klein wenig stolz auf das Erreichte waren die Angehörigen der Michaelisgemeinde bei der Übergabe der Urkunde schon, das war spürbar. Nachdem das Geld seinem Verwendungszweck zugeführt wurde, warten sie nun auf den ersten Bericht aus Afrika. Daraus werden sie ganz genau entnehmen können, wer genau wo in Ghana bei der Gründung seines Unternehmens unterstützt wurde.
Ein Bericht von Gemeindemitglied Matthias Koch









