Irgendwann die "Queens of Ghana"...
Wie eine Microschool das Leben auf einem Markt verändert
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Zwei Dinge sind hier allgegenwärtig. Die Yam-Frucht und bittere Armut. Der große Yam-Markt in Ghanas Hauptstadt Accra ist mehr als ein Platz, auf dem die für das westafrikanische Land typische Knollenfrucht ge- und verkauft wird. Der Markt ist Lebensraum für Tausende von Menschen. Menschen, die zumeist in provisorischen Hütten leben, ohne fließendes Wasser, auf nacktem Lehm- oder Steinboden. Und genau hier, auf diesem Platz, hat Pauline ihr Queensland errichtet: eine Schule für die Kinder des Marktes - eine Microschool.
Als Pauline Nlandon (51) vor ein paar Jahren mit sieben Mädchen mit dem Unterricht begann, sagte jemand zu den Kleinen: „Irgendwann werdet Ihr die Queens of Ghana sein". Der Name für die Schule war geboren: Queensland - ein Raum, ein Land für Königinnen. Wer die Enge auf dem Yam-Markt erlebt hat, mag kaum glauben, wie Pauline hier eine Schule dazwischen quetschen konnte. Ein paar Bretter als Wände umgrenzen ein wenige Quadratmeter großes, gemietetes Grundstück. Darüber ein Stück Wellblech als Dach. So fing alles an. Inzwischen gibt es dank der Hilfe von Opportunity International ein zweites Stockwerk, mit Holzbohlen errichtet, provisorisch, wie alles hier. Im Erdgeschoss werden vier Klassen unterrichtet - alle in einem großen Raum, getrennt durch klapprige Stellwände.
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Zwischen den vielen Yam-Ständen treffen wir immer wieder Eltern der inzwischen 180 Schulkinder von Queensland. „Es ist gut, dass mein Junge dort hingeht", sagt eine Mutter, „dort kann er etwas lernen fürs Leben". Dass sie fünf Cedis Schulgeld pro Monat zahlen muss (etwa 2,50 Euro), stört sie nicht. Die Frage nach einer öffentlichen Schule verwirrt sie. „Hier auf dem Markt gibt es so etwas nicht. Mein Kind geht zur Queensland. Und das ist eine gute Schule." Wer begreifen möchte, warum Microschools so wichtig sind für die Zukunft der Kinder in Ghana, der lernt es auf dem Yam-Markt von Accra.
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Pauline, ehemals selbst Yam-Händlerin, wie alle hier, ist stolz auf ihre Schule, zeigt sie gern her. Weil sie den Kindern des Marktes eine Zukunft geben kann. Was Pauline uns Fremden verschweigt, ist die Geschichte, von dem Tag, als sie den Tod eines kleinen Jungen erlebte. Ein Junge, der auf dem Markt von einem Auto überfahren wurde. Der sterben musste, weil er auf dem Markt herumstreunte. Menschen, die Pauline besser kennen, sagen: es sei der Tag gewesen, an dem sie sich entschloss, eine Schule zu gründen.











