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Opportunity bei Podiumsdiskussion: „Ethik in der Wirtschaft zahlt sich aus"

Kann die Einhal­tung moralischer Werte die Bi­lanz eines Unternehmens positiv beeinflussen? Ja, sie kann. Der Überzeugung ist jedenfalls Frank Straub,langjähriger Geschäfts­führer des Küchentechnik-Her­stellers Blanco CS GmbH&Co KG in Oberderdingen. Als Refe­rent der  Mit­telstands- und Wirt­schaftsvereinigung der CDU Mit­telbaden (MIT) diskutierte er mit rund 75 Unternehmern im Por­sche Zentrum Sinzheim über die Vorteile einer menschlichen Ge­schäftsführung.

In seiner Begrüßung erinnerte  der MIT-Kreis- vorsitzende Peter Hertweck daran, dass psychi­sche Störungen und Depressio­nen mittlerweile zu den häufigs­ten Volks­krankheiten zählten und sich ne­gativ auf die Wirtschafts­entwicklung auswirkten, dass die Früh­verrentung zunehme, Ban­ken Psychologen und Sozialar­beiter beschäftigten, um  Ängste ihrer Mitarbeiter abzubauen. Das so­ziale Klima habe entscheidenden Einfluss auf die Geschäftswelt. Der Verfall moralischer Werte sei dabei ein entscheidender Faktor.

Anders als in Europa sei der Ge­danke von Moral und Erfolg in den USA und Japan stärker ver­ankert, so Frank Straub in sei­nem Vortrag: Bereits vor 25 Jah­ren trafen sich ameri­kanische und japanische Wirt­schaftsführer im Schweizer Kur­ort Caux nahe Montreux, um über Werte in der Wirtschaft nachzudenken. Der ja­panische Begriff „Kyosei", was soviel heißt wie „leben und arbei­ten für das Gemeinwohl", wurde als Grund­satz der Unterneh­mensführung niedergelegt.

Straub, der als junger Unterneh­mer eine Heimat für sei­ne Wert­vorstellungen suchte, schloß sich dem Netzwerk an und gründete 2007 die deutsche Sektion des sogenannten „Caux Round Ta­ble" (CRT). Kernpunkte der CRT-Grundsätze für Geschäftsaktivitä­ten sind der „stakeholder-Ansatz" (engl. stakeholder=Interessen­gruppen) und die Kul­turarbeit in­nerhalb ei­nes Unterneh­mens: Alle Beteilig­ten, von Kun­den, Mit­arbeitern bis zu Lieferan­ten, Ak­tionären, Mit­bewerbern und Öffentlichkeit, werden im Sin­ne von Menschen­würde und Re­spekt behandelt. Transparenz und Vertrauen sol­len das Ge­schäftsgebaren be­stimmen.

Ille­gales Verhalten wie Beste­chung werden nicht tole­riert, ein positi­ves Menschenbild soll von der Geschäftsleitung vor­gelebt wer­den. Menschlichkeit erzeuge Mo­tivation und fördere Leistungsbe­reitschaft, so Straub. Gemäß ethischer Unternehmens­leitlinien versteht sich der Mana­ger als ehrbarer Kauf­mann, er pflegt einen kooperativen Füh­rungsstil und handelt im Sinne des Ge­meinwohls. Ge­rechtigkeit und Fairness, Offenheit und Lob sei­en wesentliche  Bestandteile des sogenannten Ethik-Manage­ments. Einbindung der Mitarbei­ter in regelmäßigen Foren, die den gegenseitigen Austausch fördern, gehörten dazu.

Diese Form der Kulturarbeit habe bei Blanco trotz schwierigen wirt­schaftlichen Umfeldes den Umsatz vervielfacht, so der Blanco-Ma­nager. In der anschlie­ßenden Po­diumsdiskussion ging es um die christlichen Wurzeln der Wirt­schaftsethik. Bereits 1902 wurde in Deutschland der Verband „Christen in der Wirtschaft" (CIW) gegründet, die Bibel biete auch heute noch wichtige Wertorientierung, sagte der CIW-Geschäftsführer Timo Plutschinski.

WB
Wolfgang Bönsch
von Opportunity
International

Personen in leitenden Positionen können ein Vorbild für deren Mitarbeiter sein und sich gesellschaftlich engagieren und damit ein Multiplikator sein für einen Richtungswechsel in eine gerechtere Zukunft. Demnach setzen sich auch viele Führungskräfte bei der Hilfsorganisation Opportunity Interna­tional Deutschland ein, die sich am christlichen Menschenbild und am Bild des ehrbaren Kaufmanns orientiert. „Wir zeigen, dass Geld nicht vom Himmel fällt und dass jeder sein Schicksal selbst in die Hände nehmen kann. Man muss den Menschen dienen", resümierte Wolfgang Bönsch von Opportunity International.

Die Nähe zwischen den Teilnehmern dieser Podiumsdiskussion und den Empfängern der Mikrokredite ist durchaus gegeben, denn beide Gruppierungen sind wirtschaftlich aktiv. Der Unterschied liegt nur bei dem Zugang zu Finanzdienstleistungen, der bei vielen Menschen in Entwicklungsländern schlichtweg noch nicht gegeben ist.