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Bankausstellung in Freiburg: "Nicht faul, aber unproduktiv..."

Bankausstellung Freiburg
Vom 17. November 2010 bis zum 11. Januar 2011
findet die Bankausstellung statt

Unter dem Titel „Kleine Kredite - Große Wirkung" fand am 16. November in der Meckel-Halle des Sparkassen-FinanzZentrums in Freiburg die Eröffnung zu einer neuen Bilderausstellung von uns statt. Bis zum 11. Januar 2011 können interessierte Besucher Bilder unserer Klienten sehen, die es geschafft haben, sich mithilfe eines Kleinkredits ein kleines Unternehmen aufzubauen und dem Traum von einem besseren Leben Wirklichkeit werden zu lassen.

Zu Beginn der Eröffnung begrüßte Herr Erich Greil, Vorstandsmitglied der Sparkasse Freiburg, die geladenen Gäste und zeigte sich sehr beeindruckt von der Ausstellung. Ihm gefiel besonders, dass nicht Elend und Leid in den Vordergrund der Bilderausstellung gerückt werden, wie es häufig in der Berichterstattung über Themen der Entwicklungszusammenarbeit geschieht, sondern dass vielmehr die inspirierenden Erfolgsgeschichten von Menschen gezeigt werden, denen es gelingt, dank eines Kleinkredites ein kleines Wirtschaftswunder zu vollbringen. „Oft fehlen lediglich Kredite zu fairen Konditionen, die Menschen davon abhalten, sich aus eigener Kraft aus ihrer Armut zu befreien", stellte Greil fest. Aus diesem Grund ist für ihn die Mikrofinanzierung ein zukunftsweisendes Instrument der Entwicklungszusammenarbeit.

Dem pflichtete auch Frau Renate Buchen bei, Vertreterin der Stadt Freiburg, die den Vorteil der Vergabe von Kleinkrediten vor allem darin sieht, dass Menschen die Freiheit haben, selber zu entscheiden, welche Art von Kleinstunternehmen sie sich mit einem Kredit aufbauen wollen und dass ihnen, anders als in der deutschen Entwicklungspolitik, keine Vorstellungen und Ideen übergestülpt werden.

Zuletzt sprach Opportunity-Vorstand Stefan Knüppel, dem es mit der Bilderausstellung vor allem darum geht, Lösungen zu zeigen: „Häufig stehen lediglich Probleme wie Armut und Verbrechen im Mittelpunkt der Berichterstattung über Entwicklungsländer. Dabei wird häufig vergessen, welche Leistungsfähigkeit in vielen Afrikanern steckt und dass sie nicht etwa faul, sondern sehr wohl fleißig sind, doch aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen nicht sehr produktiv." Diese schlechten Bedingungen zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen aufgrund ihrer nicht vorhandenen materiellen Sicherheiten für viele Banken als kreditunwürdig gelten. So haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Krediten.

Die Lösung zu diesem Problem liegt für uns darin, die Kreditwürdigkeit der Menschen durch ein anderes System sicherzustellen: Zum einen wird eine soziale Sicherheit geschaffen, indem die Kreditnehmer in eine Trustbank eingebunden werden, deren Mitglieder von den Geschäftsideen jedes Einzelnen überzeugt sein müssen, da sie füreinander bürgen. Die Gruppenmitglieder geben sich zudem Ratschläge und helfen sich gegenseitig bei ihren alltäglichen Problemen. Zum anderen vergeben wir Kredite vor allem an Frauen, da sie das verdiente Geld meist zum Wohlwollen der ganzen Familie ausgeben.

Gruppenbild
Erich Greil, Renate Buchen und Stefan Knüppel
auf der Bankausstellung in Freiburg

Vom Erfolg dieser Idee zeugt die hohe Rückzahlungsrate der Kredite von 97 Prozent. Stefan Knüppel sieht in der Mikrofinanzierung einen Paradigmenwechsel, da die Menschen dazu ermutigt werden, ihre eigene innere Energie in ein Projekt zu stecken und sie sich dadurch sehr viel mehr mit ihrem Unternehmen verbunden fühlen, als wenn sie von Außen Spenden erhalten. Wir glauben an die Eigeninitiative der Kreditnehmer und entwürdigen sie nicht durch Almosen. Davon zeugen die vielen unterschiedlichen Erfolgsgeschichten unserer Klienten, die in der Bilderausstellung dargestellt werden.