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Mit Mikrosparkonten gegen die Armut

Mikrosparen ist ein wichtiger Bestandteil der Mikrofinanz. Opportunity International bietet Mikrosparkonten an, die es den Klienten ermöglichen, eine größere finanzielle Sicherheit zu erlangen und Geld für Investitionen anzusparen. Die Gates-Stiftung berichtet über neue Forschungsergebnisse, die zeigen, wie sich Sparprodukte positiv auf das Leben der Armen, insbesondere in ländlichen Gebieten, auswirken.

Arme haben zumeist ein sehr ungleichmäßiges und unsicheres Einkommen. Mikrosparkonten können hier ein wenig Stabilität bieten. Die beiden wichtigsten Bedürfnisse sind zum einen, Geld für größere Investitionen zurückzulegen und zum anderen die Möglichkeit, in einer unerwarteten Notlage schnell Geld zur Verfügung zu haben. Deshalb ist es wichtig, dass Arme einen Zugang zu Sparkonten bekommen.

Marktstand
Unternehmerinnen, die z.B. einen kleinen Marktstand
betreiben, können von Mikrosparkonten profitieren

Eine Feldstudie hat gezeigt, dass Frauen mit Zugang zu einem Sparkonto 45 Prozent mehr in ihre Geschäfte investieren als Frauen, die keinen Zugang zu Sparkonten haben. Sie hatten auch zwischen 27 Prozent und 40 Prozent höhere tägliche Ausgaben und waren weniger anfällig dafür, in gesundheitlichen Notfällen Vermögensgegenstände aus ihrem Geschäft zu verkaufen.

Eine neue Studie von Lasse Brune, Jessica Goldberg und Dean Yang von der University of Michigan und Xavier Gine von der Weltbank mit 1.700 Kleinbauern aus Malawi zeigt, welche konkreten Verbesserungen Mikrosparkonten für Kleinbauern und ihre Familien herbeiführen können. Für sie sind Sparmöglichkeiten besonders wichtig, denn sie bekommen einen großen Teil ihres Einkommens in einem oder zwei großen Posten im Jahr, nämlich zur Erntezeit. Sie müssen das Geld aus ihren Ernteerträgen nicht nur für ihre täglichen Ausgaben in der Zeit zwischen den Ernten sparen, sondern auch Geld für die Ernte- und Pflanzzeit im nächsten Jahr zurücklegen, um Saatgut, Dünger und andere Investitionen zu finanzieren.

Ein Drittel der Bauern wurde von den Forschern dabei unterstützt, ein eigenes Sparkonto zu eröffnen und festzulegen, wie viel von ihren Einkünften aus den Ernteerträgen auf dieses Sparkonto transferiert werden sollten. Alle weiteren Einkünfte wurden ihnen wie üblich in bar ausgezahlt. Ein zweites Drittel der Bauern bekam die Option, sowohl ein Sparkonto als auch ein Terminsparkonto zu eröffnen, was es ihnen erlaubt, ihr Geld bis zu einem bestimmten Tag ihrer Wahl anzulegen, ähnlich wie eine Termingeldanlage. Die meisten Bauern setzten diesen Termin kurz vor der nächsten Pflanzzeit an. Das letzte Drittel der Bauern stellte die Vergleichsgruppe dar. Ihnen wurde keine Hilfe beim Eröffnen von Sparkonten zur Verfügung gestellt.

Die unterschiedlichen Resultate zwischen den einzelnen Gruppen sind bemerkenswert. Die Bauern, denen ein normales Sparkonto angeboten wurde und die, denen ein Sparkonto und ein Terminsparkonto angeboten wurde, haben durchschnittlich 110 Euro bzw. 177 Euro gespart, während die Vergleichsgruppe nur 23 Euro gespart hat. Dies bedeutet einen Anstieg von 366 Prozent bzw. 753 Prozent.

Das Angebot von Sparkonten führte zu größeren Investitionen in die Farmen und höheren Ernteerträgen, besonders in der Gruppe mit den Terminsparkonten. Die Bauern aus der Gruppe mit den normalen Sparkonten investierten mehr in ihre Farmen als die Bauern aus der Vergleichsgruppe. In der Gruppe mit den Terminsparkonten waren die Investitionen in die Farm sogar noch höher. Die höheren Investitionen führten zu einem fast proportionalen Anstieg der Ernteerträge bei den beiden Gruppen, denen Sparkonten angeboten wurden. Der Wert der Farmerträge in allen drei Gruppen ist ungefähr um 70 Prozent größer als ihre Investitionen.

Das höhere Einkommen führte auch zu höheren Konsumausgaben. Die Gesamtausgaben waren in der Gruppe mit den normalen Sparkonten um 11 Prozent und in der Gruppe mit den Terminsparkonten um 31 Prozent höher. Die Ausgaben für Lebensmittel waren jeweils um 10 Prozent bzw. 25 Prozent höher.

Arme können also sehr von Mikrosparkonten profitieren. Sie können sich bei einem unregelmäßigen Einkommen ein finanzielles Polster anlegen, Geld für Investitionen in ihre Kleinbetriebe zurücklegen und in finanziellen Notlagen schnell auf das gesparte Geld zugreifen. Durch Investitionen in ihre Betriebe können sie ihre Erträge steigern und haben somit mehr Geld für sich und ihre Familien zur Verfügung.

Die Originalartikel der Gates-Stiftung finden Sie hier:

Ein besseres Leben durch Mikrosparkonten

Bessere Sparmöglichkeiten für Kleinbauern in Malawi