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"Biblisches Wunder" oder "Propaganda" - Warum Mikrofinanz der richtige Weg ist

KreditnehmerinnenMwandama war ein sehr armes Dorf in Malawi. Durch die Hilfe verschiedener Organisationen hat Mwandama innerhalb weniger Jahre sehr viel erreicht. Bartholomäus Grill - seit Jahrzehnten anerkannter Afrika-Experte der „Zeit" - spricht in seinem Bericht von einem „biblischen Wunder". Ein Wunder, zu dem entscheidend auch die mobile Bank von Opportunity beigetragen hat, die den Menschen in Mwandama Zugang zu Mikrokrediten und Mikrosparen gewährt. Nur wenige Tage später findet man in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter der Überschrift „Die Propaganda des Muhammad Yunus" eine scharfe Kritik am Professor aus Bangladesh und seiner Idee der Mikrokredite.

Der Leser reibt sich verwundert die Augen und fragt sich: Wie steht es um dieses Konzept, das 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde?

Dies ist aus Sicht von Opportunity International Deutschland dazu zu sagen:

1. Wissen und Kapital müssen zusammenkommen! Es ist unbestritten, dass dieses betriebswirtschaftliche Grundgesetz erfüllt sein muss, um wirtschaftlichen Fortschritt zu erzeugen. Etwa eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu Kapital, weil sie zu arm sind. Mikrofinanz ist die zentrale Antwort darauf, diese weltweite Ungerechtigkeit zu überwinden - Mikrofinanz führt Wissen und Kapital zusammen.

2. Die positive Wirkung von Mikrofinanz bestätigt sich weltweit! Fast 100 unterschiedliche Studien (siehe Kathleen Odell in Measuring the Impact of Microfinance:Taking Another Look) sind über die Auswirkungen von Mikrofinanzprojekten gemacht worden. Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar, aber auch genau so bunt und vielfältig wie die Regionen und die Menschen, die erreicht werden. Dabei hat sich das Konzept dynamisch weiterentwickelt und wird von den Menschen ungebremst nachgefragt. Neuere Konzepte wie Mikrosparen und Mikroversicherungen erleben eine besonders hohe Akzeptanz.

3. Mikrofinanz ist nicht das Allheilmittel! Das Konzept der Mikrofinanz kann nicht alle Probleme lösen. Politische Stabilität, Naturkatastrophen, Bildungschancen oder auch die geographischen Rahmenbedingungen - viele Faktoren sind für die Entwicklung von Ländern verantwortlich. Das Konzept der Mikrofinanzierung ist gekennzeichnet von Erfolgen, aber auch von Rückschlägen, Misserfolgen und Fehlentwicklungen. Eine kritische Auseinandersetzung findet täglich statt. Sie wird durch vermeintliche Heiligenscheine nicht außer Kraft gesetzt. Jede Art von Glorifizierung kann nur den Blick einseitig in die falsche Richtung lenken.

4. Mikrofinanz ist ein Paradigmenwechsel! Mikrofinanz aktiviert die eigenen Kräfte und begegnet den Menschen nicht mit Geschenken, die zu entwürdigenden Almosen werden können. Kluges und verantwortungsvolles Unternehmertum entsteht durch Mikrofinanz und führt zu belastbaren Strukturen, in denen Armutsstrukturen nachhaltig abgebaut werden. Mikrofinanz ist ein Angebot auf Augenhöhe und hat die Sichtweise in der Armutsproblematik grundlegend verändert.

Opportunity International steht als gemeinnützige Stiftung für eine Weiterentwicklung des Konzeptes der Mikrofinanz. Wir konzentrieren uns dabei im Besonderen auf das Konzept der sozialen Mikrofinanzierung - wir wollen mit unserer Arbeit kein Geld verdienen. Unsere Angebote haben sich in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Jedes Jahr wachsen die Zahl unserer Klienten und die Zahl unserer Förderer.

Unsere Arbeit geht über die reine Kreditvergabe hinaus. Die Kreditnehmer werden in eine Gruppe integriert und zu betriebswirtschaftlichen und sozialen Themen geschult. So erhält der Grundsatz 'Kapital und Wissen müssen zusammenkommen' eine besondere Bedeutung.

Unsere lokalen Mitarbeiter vor Ort erleben täglich, dass noch sehr viel mehr zu tun ist, um allen jenen eine Chance zu ermöglichen, die darauf dringend warten. Nur einem Menschen eine Chance zu geben, ist besser als es nicht zu tun!

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