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Indien braucht soziale Mikrofinanz

Die Entwicklung der Mikrofinanz in Indien zur Bekämpfung von Armut hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Dennoch fehlt es immer noch an finanzieller Unterstützung durch weitere soziale Mikrofinanzinstitutionen.

Eine Analyse der Situation im indischen Staat Andhra Pradesch hat ergeben, dass der Umgang mit Klienten und die Zinsenbelastungen in der Mikrofinanz dringend zu verbessern sind. Es wurde ebenfalls eine auffallend hohe Selbstmordrate in den letzten Monaten in dieser Region festgestellt.

Die kommerziellen Mikrofinanzinstitutionen sind laut einiger Kommentatoren Grund für diese Entwicklung. Klienten seien mit den übermäßigen Zinsen der unseriösen Mikrofinanzinstitutionen überfordert und allein gelassen. Diese Organisationen hätten als erstes Ziel aus Mikrofinanz Profit zu schlagen, würden verantwortungslos handeln und ausschließlich das Wachstum kommerzieller Erträge verfolgen. SKS Microfinance ist einer der größten gewinnorientierten Kleinkreditgeber Indiens und befindet sich in der Hauptstadt von Andhra Pradesh.

Opportunity International orientiert sich im Gegensatz dazu an sozialer Mikrofinanz. Das Ziel ist es, den in Armut lebenden Menschen zu helfen. Der Profit wird in Form von verminderten Zinssätzen wieder an die Klienten zurückgezahlt, sodass die Organisation keinen Profit an externe Investoren aus den Krediten weitergibt. Kreditbetreuer arbeiten mit den Klienten zusammen. Sie sammeln die Ratenzahlungen und überprüfen die Entwicklung der Kleinunternehmen regelmäßig. Bei Problemen dienen sie als Ansprechpartner für die Klienten.

Der Malegam-Bericht und die Zukunft des indischen Sektors

Die Situation in Andhra Pradesch fordert auf, die Transparenz, Ertragshaltigkeit und die Effektivität der Mikrokredite erneut zu hinterfragen. Aus diesem Grund gründete die Reserve Bank of India ein „Malegam Committee", um die aktuelle Lage zu überarbeiten und Empfehlungen auszusprechen. Ihr Bericht wurde im Januar 2011 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass man das schädliche Verhalten einiger kommerzieller Mikrofinanzinstitutionen begrenzen und Regeln für den Sektor aufstellen müsse. Opportunity International begrüßt diese Kritik.

Der Bericht betont die Unterstützung der Reserve Bank in der Mikrofinanz und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Mikrofinanzinstitutionen in Indien. Opportunity International ist sich sicher, dass die Vorschläge des Malegam-Berichts die Entwicklung der Mikrofinanz beeinflussen und antreiben. Sie sollen durch soziale Mikrofinanz-Partner, die sich verantwortungsvoll auf die Armutsbekämpfung konzentrieren, durchgesetzt werden.

Die Schlüsselaspekte des Berichts beinhalten:

• Die Einführung einiger Verhaltensregeln soll bei der Rückzahlung der Mikrokredite angewendet werden. Des Weiteren sollen die Klienten besser betreut und Klientenversicherungen abgeschlossen werden.
Opportunity International verpflichtet sich mit seinem klar formulierten Verhaltenskodex zu einem fairen und respektvollen Umgang mit den Klienten. Außerdem bietet Opportunity den Klienten Versicherungen an.

• Transparenz der Zinsen und ihre Kalkulierung mitsamt Empfehlungen für Zinsabdeckungen soll gewährleistet werden. Unsere Partner in Indien erläutern dann den neuen Klienten die Bedingungen der Kredite und schulen sie in Form von Bildungsprogrammen über Finanzen.                                                                                                                                                                                                                                                                         Opportunity verpflichtet sich zu einem fairen Umgang mit Klienten.

• Die Entwicklung der Klienten soll gefördert werden und sie müssen auf die anstehenden Ratenzahlungen vorbereitet werden.
Um möglichst effektiv und nachhaltig zu fördern, schulen wir unsere Klienten im Bereich Marketing, Buchhaltung und Gesundheit. Opportunity setzt besonders auf die Frauen, da sie es aufgrund traditioneller Werte schwieriger haben an Bildung heranzukommen.

• Es sollen mehr Banken für Mikrofinanzinstitutionen motiviert werden und vom Staat dazu aufgefordert werden, einen Teil ihres Kapitals in staatlich unterstützte, soziale Sektoren zu investieren.

indische FrauDie vergangenen Suizidfälle in Andhra Pradesch machen uns traurig und erschüttern uns. Wir befürworten in keiner Weise die Bedrohung der Klienten, welche die Kredite nicht zurückzahlen können. Wir akzeptieren auch keine unnötigen und übertriebenen Zinssätze. Durch das Angebot der Mikrofinanzierung wollen wir das Leben der Menschen zu verbessern. Diese positive Veränderung des Lebens der Kreditnehmer erleben wir jeden Tag bei unserer Arbeit.

Wir sind zuversichtlich im Hinblick auf die Entwicklung der Mikrofinanz in Indien und hoffen, dass sich weitere Banken dazu bereit erklären, die Mikrofinanz zu unterstützen. Die Hilfe von sozial orientierter Mikrofinanz in der Armutsbekämpfung ist effektiv und dringend erforderlich.

Dank Opportunity International wird indischen Frauen in Form von Mikrokrediten die Chance gegeben, ein eigenständiges Geschäft aufzubauen und ihre Familie zu versorgen. Des Weiteren werden die Klienten mit Schulungen unterstützt und durch Mikro-Sparprogramme und Mikroversicherungen abgesichert. So verändert sich das Leben der armen Menschen ganzheitlich und nachhaltig.