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Friedensnobelpreisträger Yunus in Frankfurt: „Die Mikrofinanz muss ihren sozialen Fokus behalten"

Als Mitorganisator hatte Opportunity International die Ehre, den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus am 24. Oktober 2011 in der Frankfurt School of Finance & Management zu einer Veranstaltung zum Thema „Mikrofinanz: Eine geniale Vision im Stresstest“ begrüßen zu dürfen. In den vergangenen 40 Jahren entwickelte sich die Mikrofinanz zu einem der wichtigsten Instrumente der Entwicklungsförderung.


Prof. Yunus im Gespräch

Prof. Yunus, Gründer der Grameen Bank in Bangladesch und internationaler Schirmherr von Opportunity International Deutschland, steht stellvertretend für die weltweite Mikrofinanzbewegung. Auf Einladung der Mikrofinanzplattform Deutschland, zu der auch Opportunity International Deutschland gehört, sprach der Friedensnobelpreisträger über die Situation der Mikrofinanz und warum diese im vergangenen Jahr vermehrt in die Kritik geraten war. „Die Mikrofinanz hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt.Über 100 Millionen Menschen haben durch die weltweite Mikrofinanzbewegung in den letzten Jahrzehnten den Zugang zu Krediten, Sparkonten und anderen Finanzdienstleistungen erhalten“, so Yunus. „Diese Dienstleistungen schaffen die Voraussetzung dafür, dass arme Menschen effektiver wirtschaften und sich selber aus der Armut befreien können.“

Die Nachfrage nach Mikrofinanzdienstleistungen bleibt weiterhin groß. Laut Aussage des Forschungszentrums Consultative Group to Assist the Poor (CGAP) haben rund 2,7 Milliarden Menschen noch keinen Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen.

Viele Akteure bewegen sich heute im Mikrofinanzsektor: Staatliche und öffentliche Entwicklungsorganisationen, Stiftungen, Genossenschaften, Nichtregierungsorganisationen und auch spezialisierte Banken sowie andere privatwirtschaftliche Akteure. Eine übersteigerte Kommerzialisierung und unethisches Verhalten einiger Mikrofinanzorganisationen im Umgang mit den Kunden sorgten im vergangenen Jahr für Schlagzeilen und warfen ein schlechtes Licht auf die gesamte Branche.

„Wir dürfen nicht die Augen vor Fehlentwicklungen verschließen“, sagte Yunus. „Blindes Profitstreben darf den Kern der Mikrofinanzbewegung nicht ad absurdum führen. Die Mikrofinanz muss ihren sozialen Fokus behalten.“ Man müsse außerdem realistisch betrachten, dass die Mikrofinanz alleine nicht die Armut beseitigen werde. Sie leiste aber einen unverzichtbaren Beitrag, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werde, so Yunus.
Die Teilnehmer der Veranstaltung erlebten einen charismatischen Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger, der in seiner Vision die soziale Komponente fest im Blick hat.

Hören Sie hier Statements von Prof. Yunus und Opportunity-Vorstand Stefan Knüppel