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Förderung ländlicher Entwicklung in Afrika durch Landwirtschafts-Programme

Im letzten Jahrzehnt hat Opportunity International ein spezielles Programm zur Unterstützung der Bevölkerung auf dem Land entwickelt. Ziel ist es, die ökonomischen Aktivitäten zu fördern und dafür Kleinbauern und anderen Klienten im ländlichen Raum kontinuierlich Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Das Programm wird bis heute unter anderem in Uganda, Ghana, Malawi und Ruanda umgesetzt.

Den Bauern soll dabei geholfen werden, von einer zumeist reinen Selbstversorgung zu einer gewerblichen Anbauproduktion zu gelangen. Unterstützt werden sie vor allem durch die Kreditbetreuer, welche sie beim Durchlaufen des Programms begleiten und ihnen den Zugang zu Absatzmärkten erleichtern. Schaffen es die Klienten schließlich, ihr Potential auszuschöpfen, können sie sowohl ihre Familien ernähren als auch Nahrungsproduzenten für eine wachsende globale Bevölkerung werden.


Teddy Namagembe

Erfolgreich war beispielsweise Teddy Namagembe. Sie arbeitet für sich und ihre vier Kinder täglich auf ihrer Kaffeefarm von sieben Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang. Um über die Runden zu kommen, sah sie sich früher dazu gezwungen, die Kaffeebohnen bereits zu verkaufen, als sie noch nicht reif waren. Mittlerweile, als Klientin von Opportunity Uganda, kann sie bis zur vollen Reifezeit warten und erzielt somit einen höheren Erlös.    

John Magnay, landwirtschaftlicher Seniorberater in Afrika, berichtete auf der kürzlich abgehaltenen Jahreskonferenz von Opportunity ausführlich über die Instrumente, Strategien und Ziele dieses Agrifinance-Programms. Schon zu Beginn seines Vortrags betonte er die enorme Relevanz der Landwirtschaft im Subsahara-Raum. Sie stellt den ökonomischen Schlüsselsektor zur Wiederbelebung der ländlichen Regionen und zur signifikanten Senkung der Armut dar. Denn in diesem Bereich, mit einem BIP-Anteil von 32 Prozent, finden 65 Prozent der gesamten Arbeitskraft in Subsahara-Afrika ihr Auskommen.

Nichtsdestotrotz ist der Kontinent noch nicht in der Lage, seine Bevölkerung zu 100 Prozent selbst  zu ernähren. Deshalb liegt die Priorität auf der finanziellen Förderung der Produktion, so Magnay. Mit einem neuen und ganzheitlichen Ansatz, der den Kleinbauern umfassende finanzielle Hilfe bietet, sollen Anbauerträge sowie das familiäre Einkommen gesteigert und die umliegenden Gemeinden ernährt werden.

Die Dienstleistungen des Programms erstrecken sich im Wesentlichen auf die folgenden drei Bereiche: soziale Mikrofinanz, Infrastruktur (Kommunikation, Energie, Straßen und Wasser) und Marktinformationen. Um das Profil der einzelnen Bauern zunächst  zu erfassen, wird auf ein informationsbasiertes Kreditvergabesystem zurückgegriffen. Dies beinhaltet die Vermessung der Anbauflächen, das Bestimmen der Anbaupflanzen sowie der wesentlichen Haushaltsmerkmale.

Es wird dabei eine betriebsinterne Analyse durchgeführt, um die Produktionskosten zu berechnen. Die Haushaltscharakteristika geben darüber Auskunft, wie viele Arbeitskräfte verfügbar wären. Durch Messungen und GPS-Kartierungen wird die Größe der Anbaufläche festgestellt. Auf dieser Grundlage wird schließlich entschieden, ob eine Kreditvergabe möglich oder eine Verpachtung doch ratsamer erscheint.

Das Problem der räumlichen Distanz als Zugangsbeschränkung zu finanziellen Dienstleistungen – die Bauern leben zum Teil bis zu 50 km entfernt voneinander – wird vor allem durch die Kreditbetreuer überbrückt. Sie besuchen die Bauern auf ihren Farmen und speichern die erfassten Daten auf Mobiltelefonen. Bei Gruppentreffen wird auf diese Weise auch die Abwesenheit von teilnehmenden Bauern festgehalten, mit denen im Anschluss umgehend Kontakt aufgenommen wird.

Um eine verfrühte Ernte aus Geldsorgen zu vermeiden, bietet Opportunity eine Kombination aus Beratung und finanzieller Hilfe an. Dies umfasst solide und erprobte Anbaumethoden, Düngemittel, Bewässerungstechniken sowie Kredite, die dem erfassten Profil der Bauern entsprechen. Idealerweise treten Sicherungsmechanismen für die Haushalte, wie eine wetterbasierte Ernteversicherung und eine Kreditversicherung, hinzu. Besonders wichtig sind überdies die Trainingsmaßnahmen, die auf die Vermittlung von Finanzwissen abzielen. 


Eine Mobile Bank unterwegs

Dies muss, nach Magnay, im ländlichen Raum noch viel verstärkter vorangetrieben werden. Denn nur wenige Bauern haben jemals mit einem Finanzinstitut zu tun gehabt. Vielfach war der erste Kontakt durch das Eintreffen der Mobilen Banken in ihrem Dorf entstanden. Die Trainings werden dann mit Hilfe von Bildern und Projektoren vor Ort durchgeführt.

Trotz der Erfolge bleiben weiterhin große Herausforderungen bestehen. Unter anderem führte Magnay an, dass die Kosten zur Erreichung der Klienten durch technologische Neuerungen weiter reduziert werden sollen. Ebenso gibt es noch Spielräume zur Verbesserung der Wertschöpfungskette und Schwierigkeiten, den Bauern beim Zugang zu qualitativ guten und stabilen Märkten zu helfen. Auch die Auswirkungen von Unwettern und Trockenperioden, Schädlingsplagen und Krankheiten bereiten weiterhin Sorge.

Wenn Sie weiter und auf einen Blick wissen möchten, wie Opportunity durch Spenden armen, aber wirtschaftlich tätigen Menschen hilft, sehen Sie sich unseren leicht verständlichen Spendenkreislauf an.