Opportunity-Bilderausstellung in der Volksbank Westerstede: Raiffeisen wirkt auch in Afrika
„Wir geben den Menschen eine faire Chance, die sie nie hatten. Danach sind sie selber am Zug", mit diesen Worten beschrieb Jochen Ewald das Prinzip der Hilfsorganisation Opportunity International. Anlass war die Eröffnung der Bilderausstellung „Kleine Kredite - Große Wirkung" in den Räumen der Volksbank Westerstede.
Fotos, Grafiken und Texte gewähren einen Blick auf die Arbeit unserer Organisation. Arme Menschen in Afrika und Asien erhalten nicht nur Kleinkredite, sondern auch Schulungen, die Möglichkeit zum Sparen und können Mikroversicherungen abschließen: Alles, damit ihr kleines Unternehmen wachsen kann und sie ihre Armut überwinden können. Die Ausstellung ist noch bis zum 07. Juni zu sehen.
![]() Opportunity-Botschafter Jochen Ewald |
Volksbank-Vorstand Friedrich Webermann begrüßte die Gäste und verwies auf inhaltliche Gemeinsamkeiten der Volksbank und Opportunity. Die heutige Mikrofinanzarbeit in armen Staaten weise manche Parallelen zur Genossenschaftsidee von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch auf, durch die in Deutschland die Genossenschaftsbanken, wie eben auch die Raiffeisenbanken und Volksbanken, vor etwa 150 Jahren entstanden waren.
Im Rahmen der Eröffnung der Bilderausstellung hielt Jochen Ewald einen Vortrag über die Arbeit von Opportunity International. Dabei wies er darauf hin, dass eine Milliarde Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen. Eine Marktfrau aus den Slums könne in der Regel kein Sparkonto eröffnen oder einen Kredit aufnehmen. „Diese Menschen", so Ewald, „bekommen keinen Termin bei Banken". Häufig blieben als einzigen Ausweg private Geldverleiher. Die böten aber keine fairen Konditionen. Genau diesen Menschen hilft Opportunity International. „Der Ansatz funktioniert, weil die Klienten genau ausgewählt und mit Schulungen unterstützt werden", so Ewald.
Jochen Ewald aus Jever, Opportunity-Botschafter und bis 2007 Präsident des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, weiß genau, wovon er spricht. Denn er war bereits mehrfach in Afrika, um sich die Projekte vor Ort anzuschauen. Während des Vortrags geht er besonders auf den Besuch einiger Klienten in Ghana ein und betont die hervorragende Zusammenarbeit mit der ghanaischen Partnerorganisation, die auch wegen der politischen Stabilität im Land gute Arbeit leisten kann.
„Vor allem die Geschichten der Frauen beeindrucken mich immer wieder. Es sind Geschichten von Armut, aber auch von sehr viel Unternehmertum und Zuversicht auf wirtschaftlich bessere Zeiten", so Ewald weiter. Der Freundeskreis Weser-Ems hat seit 2007 bereits rund 350.000 Euro für die Arbeit von Opportunity gesammelt.









