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Opportunity-Bilderausstellung in der Stadtkirche Jever

Eigentlich ist es Eulen nach Athen tragen. „Die Leute in Jever wissen inzwischen von der Arbeit von Opportunity International", sagte Pastor Rüdiger Möllenberg am Montagabend bei der Eröffnung der Bilderausstellung "Kleine Kredite - große Wirkung" in der Stadtkirche. Doch die Chance, die Ausstellung ein zweites Mal in Jever zu zeigen - eine ähnliche war bereits vor fünf Jahren in der Volksbank Jever gezeigt worden - wollte sich der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity dann doch nicht entgehen lassen. Sie war zuvor in Aurich gewesen, eine beabsichtigte Ausstellung in Wittmund war kurzfristig abgesagt worden, und statt die Bilder nun bis zum nächsten Termin ins Lager zu stellen, brachte Opportunity-Pressesprecher Jan Binder sie am Montag spontan nach Jever.

In der Stadtkirche hängen nun anderthalb Dutzend großformatige Fotografien mit Menschen aus Ghana, Mosambik, Uganda, die beispielhaft für die zwei Millionen Klienten stehen, die Opportunity International in 19 Entwicklungsländern mit Kleinkrediten versorgt hat. Ihre Geschichten werden auf kleinen Erläuterungstafeln erzählt: Die von Abiba aus Ghana, die einen Kleinkredit für Palmölpflanzen bekam und sich damit eine kleine bäuerliche Existenz aufbaute, von Nadja, der Schülerin einer mit Kleinkrediten finanzierten privaten Mikroschule. Von Kindern im Waisenhaus in Mosambik, das sich durch eine Hühnerfarm finanziert, von Kaffeebauern in Uganda, die in einer Mikrosparkasse Rücklagen für Zeiten schlechterer Ernten oder Preise schaffen können, von Schreinern, einer Papyrusflechterin oder von Jugendlichen, die dank eines speziellen Programms von Opportunity International eine Berufsausbildung erhalten und sich hinterher mit einem Kleinkredit selbstständig machen können.

Der Freundeskreis Weser-Ems unterstützt vor allem die Arbeit in Ghana, er hat seit 2006 bereits über 350.000 Euro an Spenden eingeworben. Das Geld fließt von hier nach Afrika, wo es von einer Partnerorganisation der deutschen Opportunity-Stiftung in zahlreichen Kleinstädten und Dörfern als Darlehen an die Klienten ausgegeben wird. Diese zahlen es in relativ kurzer Zeit zurück, so dass das einmal gespendete Geld im Kreislauf bleibt und immer wieder Gutes bewirkt.

Anders als klassische Entwicklungshilfe, bei dem Geld einmal überwiesen wird und einmal wirkt - oder auch nicht -, ist diese Art der Hilfe nachhaltig, denn die Kredite werden nicht für Konsum eingesetzt, sondern für Gründung und Aufbau kleiner selbstständiger Existenzen in Handel, Handwerk, Landwirtschaft oder im Bildungssektor.

Opportunity-Mitarbeiter Jan Binder sagte, der Freundeskreis Weser-Ems, der sich um die Jeveraner Jochen Ewald, Dr. Karl Harms und Rüdiger Möllenberg kristallisiert hat und keine festen Vereinsstrukturen aufweist, unterstütze diese Arbeit in einer Weise, wie es in Deutschland sonst nirgendwo der Fall sei, sie sei ein leuchtendes Beispiel für die Bereitschaft von Bürgern, in einem anderen Teil der Welt zu helfen, „da wo es wirklich gebraucht wird", so Binder.

In nächster Zeit will der Freundeskreis mit neuen Projekten an die Öffentlichkeit gehen, unter anderem geht es um die Gründung kleiner Genossenschaftsbanken in Ghana. Mit 5000 Euro ist es bereits möglich, eine „eigene" Entwicklungsbank zu gründen.

Die Ausstellung, an deren Eröffnung als interessierter Gast auch Bürgermeisterin Angela Dankwardt teilnahm, ist bis zum 17. Mai in der Stadtkirche zu sehen.

Text: Helmut Burlager
Foto: Helmut Burlager