"Nicht nur den Fisch geben - auch die Angel!"
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"Sie geben den Menschen nicht den Fisch, sondern die Angel, um die Fische zu fangen. Dabei wollen wir gerne helfen", mit diesen Worte eröffnete Klaus Schmidt, Vorstand der Volksbank Halle/Westf. eG, am 28. Februar in seinem Haus die Bilderausstellung von Opportunity International. Auf Fotos, Grafiken und Texten gewährt sie einen Blick in die Welt der Kleinkredite und anderer Werkzeuge der Mikrofinanzierung.
Opportunity-Vorstand Stefan Knüppel wies darauf hin, dass eine Milliarde Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen: „Diese Menschen bekommen keinen Termin bei den Banken. Wenn eine Marktfrau in den Slums Geld braucht, um einen neuen Stand zu kaufen, hat sie in der Regel keine Chance." Genau diesen Menschen hilft Opportunity International mit Kleinkrediten. Anhand verschiedener Beispiele von Kreditnehmerinnen in Afrika und Asien verdeutlichte Stefan Knüppel bei einem Gang durch die Ausstellung das Prinzip unserer Arbeit.
Auch Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann betonte die Notwendigkeit der Arbeit von Hilfsorganisationen wie Opportunity International. Gerade in Zeiten kritischer Berichte über die Verwendung von Spendengeldern sei es wichtig, genau hinzuschauen, wohin das Geld gehe.
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Zwei Wochen später, am 13. März, lud die Volkshochschule Ravensberg zum Prominentengespräch mit Dr. Rupert Neudeck und Stefan Knüppel ein - ebenfalls in den Räumen der Volksbank Halle/Westf. eG. „Die Veränderung einer Gesellschaft geschieht langsam und schleichend - aber nur über Bildung!" Dieser Satz blieb als eine der Kernaussagen des Vortrags von Rupert Neudeck den rund 100 Zuhörern in Halle besonders im Gedächtnis. Der Vorsitzende der Grünhelme e.V. und Schirmherr von Opportunity International berichtete darüber, was er in den zurück liegenden 30 Jahren in der Entwicklungspolitik erlebt hat.
Rupert Neudeck appellierte an die Zuhörer, initiativ zu werden, wenn sie etwas verändern wollten. Dabei sei es wichtig, unkonventionell „Dinge zu tun, die uns auf der Schule nicht erzählt wurden". Mit seiner Arbeit - vor allem zum Start des Hilfskomitees Cap Anamur - sei er oft an bürokratische Grenzen gestoßen, um sie dann auch zu überschreiten. Außerdem, sagte Neudeck, sollten Hilfsprogramme „immer aus der Hauptstadt rausgehen"; und stattdessen in den oftmals benachteiligten ländlichen Raum.
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Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus stellte Neudeck mit seiner Mikrofinanz-Idee auf eine Stufe mit weltprägenden Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, Mahatma Gandhi und Marin Luther King.
Anschließend an den Vortrag von Rupert Neudeck erklärte Opportunity-Vorstand Stefan Knüppel die Grundzüge unserer Arbeit. Wenige Tage nachdem er aus Kenia zurückgekehrt war, unterstrich er die Notwendigkeit der Hilfsaktion, die Opportunity International mit Volksbank und Volkshochschule für Kenia gestartet hatte. „Das Land ist stark verunsichert und hat die Probleme noch lange nicht hinter sich", erzählte Stefan Knüppel, „niemand hatte damit gerechnet, dass die lange verborgenen ethnischen Konflikte wieder ausbrechen würden".
Nach und zwischen den beiden Vorträgen bekamen die Besucher die Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen. Daraus entwickelten sich auch nach der Veranstaltung noch interessante persönliche Gespräche.










