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Armutsbekämpfung mit Hilfe von innovativen Technologien

Bei der diesjährigen Opportunity-Konferenz „Innovating to End Poverty" in den USA  standen besonders technologische Innovationen und ihr Nutzen für die Entwicklungsländer im Fokus. Opportunity hatte dazu einige hochkarätige Gesprächspartner eingeladen, die über das Thema, wie man technologische Innovationen effektiv zur Armutsbekämpfung einsetzen kann. Lesen Sie hier die wichtigsten Punkte der einzelnen Beiträge:

• Steven Levy, Chefredakteur beim Wired Magazin und Autor des Buches „In the Plex: How Google Thinks, Works, and Shapes Our Lives" sprach über die Wichtigkeit, die Denk- und Handlungsweisen der Menschen in der Dritten Welt zu verstehen. Dies sei nicht nur von Bedeutung, um Innovationen für die dritte Welt zu entwickeln, sondern auch um Erkenntnisse aus der dritten Welt in Innovationen für den Rest der Welt umzusetzen: „In den Entwicklungsländern wird das Mobiltelefon völlig anders genutzt werden als in den USA oder Europa." Beispielsweise sind Sprachanrufe aufgrund des hohen Analphabetismus wesentlich wichtiger für die Menschen als Kurznachrichten.

• Für Bill Draper, Autor von „The Startup Game: Inside the Partnership Between Venture Capitalists and Entrepreneurs", braucht es vor allem Ideen und Innovationen, die auf der gesamten Welt von Relevanz sind.Als Beispiel nennt er im Kommunikationssektor Twitter, das sowohl bei uns als auch in den Entwicklungsländern eine große Bedeutung hat.

Ben Chelf
Ben Chelf

• Ben Chelf, Mitbegründer von Coverity, betont, dass Innovationen aus sozioökonomischen Bedingungen, der größeren sozioökonomischen Infrastruktur und letztlich der Technologie an sich resultieren. Als Beispiel nennt er Geldautomaten, die in den entwickelten Ländern in hoher Zahl vorhanden sind, währenddessen es in den Entwicklungsländern keine ausgebaute Infrastruktur in Bezug auf Geldautomaten gibt. So kreieren spezifische sozioökonomische Umstände eine Vielzahl von Möglichkeiten für Innovationen.

• Für Aleksandr-Alain Kalanda, den CEO von Opportunity in Malawi, ist die zentrale Frage, wie die Probleme der bedürftigen Menschen auf nachhaltige Weise gelöst werden können. Im Hinblick auf die Technologien hat man zum Beispiel festgestellt, dass Mobiltelefone optimal für Bank-Transaktionen genutzt werden können. So entwickelte man in Zusammenarbeit mit Softwareherstellern eine günstige Alternative zu den sonst nicht finanzierbaren Smartphones.

• Bill Draper wagte die These, dass wenn man es zukünftig verpasst, die Technologien den Menschen in den Entwicklungsländern zugänglich zu machen, man die Essenz von Entwicklung nicht verstanden hat. Für ihn ist dies der Herzschlag des Entwicklungsprozesses. So nennt er als eine nicht ausgereifte Innovation das Internet, da dieses nach wie vor nicht so ausgebaut sei, dass Menschen in Afrika die Chance hätten, einer Vorlesung der Universität Oxford zumindest digital beizuwohnen.

• Daryl Skoog, Senior Vice President of Technology, betonte die fast unbegrenzten Möglichkeiten, die uns durch die Technologien geboten werden. Als Beispiel stellte er die Opportunity-SmartCards vor, die besonders Analphabeten den Bankkonto-Zugang erleichtern.

• Geoffrey Thige, CEO von Opportunity in Kenia, gab dem Publikum einen Überblick über das Nutzungsverhalten von Mobiltelefonen in Kenia. Ein Mobiltelefon sei nicht mehr länger ein Statussymbol, da es viele arme Menschen mittlerweile fast täglich zum „Mobile Banking"  benutzen würden. Diese Vereinfachung des Bankenwesens macht es auch den Menschen auf dem Land und im Niedriglohnsektor einfacher, ihr Geld zu verwalten: "Auch Menschen aus den unteren Schichten können nun ganz einfach Überweisungen tätigen und Zahlungen entgegennehmen."


Richard Leftley

• Richard Leftley, Präsident und CEO von MicroEnsure, sprach über die Möglichkeit, einfache Versicherungen an die Mobiltelefone zu koppeln. Dies würde den Menschen den Zugang zu Versicherungen erleichtern.

• Daryl Skoog sprach außerdem den Bereich der Innovation im landwirtschaftlichen Sektor an. Mobiltelefone helfen hier zum Beispiel, die Kommunikation zwischen Bauern und Kreditbetreuern zu verbessern. Zudem könnte auch der iPod eine größere Rolle spielen, wie Richard Leftley erklärte: „Die Benutzung von iPods hört sich erst einmal teuer an, sie sind allerdings langfristig billiger als Papier." Durch den weit verbreiteten Analphabetismus seien die Kosten für die Archivierung, die Versendung und die Bearbeitung von Klientenbewerbungen in Papierform zu hoch. Mit einem iPod könne man Informationen über die Klienten erstellen und weiter versenden sowie Bilder aufnehmen.