Weil die Kinder sonst nicht versorgt wären, kümmert sich Catarina Manejo um sie: Insgesamt 296 Waisenkinder sind es. 20 davon leben bei ihr auf einer kleinen Hühnerfarm in Gondola. Die anderen sind in Pflegefamilien untergebracht.
Ihr Mann Jaieme Paulino, ein Polizist, unterstützt sie in ihrem Vorhaben, elternlosen Kindern ein bisschen Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Über ihre Kommune erfuhr Catarina von der Not vieler Straßenkinder und Waisen. Weil sie die Hilfesuchenden nicht wegschicken konnte, nahmen sie und ihr Mann eins nach dem anderen selbst auf.
Insgesamt zwanzig Mitarbeiter kümmern sich um die Kinder, hier zwei Betreuerinnen. Sie schauen nach den Kindern, die in Pflegefamilien untergebracht sind und erkundigen sich, wie es ihnen geht. Catarina will die Hühnerhaltung ausbauen, damit sie eine Grundlage hat, um die vielen Kinder mit Essen, Kleidung und Bildung zu versorgen. Einen Kredit von Opportunity International hat sie dazu verwendet, den Hühnerstall auszubauen und Mastküken zu kaufen.
Viele der Kinder sind traumatisiert und oft sehr traurig. Dann findet sich in Catarinas Gemeinschaft meist jemand, der Trost spendet. Hier ist es einer der Wächter, die Catarina eigens dafür eingestellt hat, um nachts über das Wohl der Kinder zu wachen.
Und trotzdem spielen auch hier die Kinder Nachlaufen, spielen mit Murmeln und mit dem Ball. Das gemeinsame Spiel hilft über manch traurige Gedanken und Erinnerungen hinweg.
Auch Vicente João (11) und Sofia (7) leben bei Catarina. Von der ehemals 6 köpfigen Familie sind nur noch die beiden übrig. Insbesondere Sofia ist oft verstört und es gelingt Catarina nicht immer, sie von ihrem Leid abzulenken.
...oder beim Abwasch. Jeder hat seine Aufgaben. Luisa Antonio, eine Mitarbeiterin von Catarina, gibt Anweisungen.
In einer großen Familie gibt es viel Arbeit und alles spielt sich nah beieinander ab: Im Vordergrund befindet sich die Küche. Im Hintergrund rechts rattert die Nähmaschine, auf der Stoffzuschnitte genäht werden, die ebenfalls verkauft werden. Weiter im Hintergrund ist ein Stallgebäude zu sehen.
Alle warten, bis das Essen komplett verteilt ist. Mehrere Kinder teilen sich das Essen aus einer Schüssel. Manchmal hat Catarina nicht genug Geld, um alle satt zu bekommen. Dann müssen die Portionen schon mal kleiner ausfallen.
Meist besteht eine Mahlzeit aus Reis und Bohnen. Weil die Preise für Lebensmittel innerhalb eines Jahres sprunghaft gestiegen sind, reichte das Geld nicht, um neue Mastküken zu kaufen. So blieb der Stall leer, weil an erster Stelle die Kinder zu versorgen waren.